Ein Artikel der Redaktion

Sommerkulturprogramm 2016 Manny überzeugte auf dem Kirchplatz in Bramsche

Von Reinhard Fanslau | 12.08.2016, 15:12 Uhr

Auch bei kühlen 13 Grad und Nieselregen kann ein Sommerkulturprogramm-Konzert eine feine Sache sein. Diese Erfahrung machten die ca. 50 Zuschauer, die sich am Donnerstag den Auftritt von „Manny“ auf dem Kirchplatz angesehen haben. Die fünfköpfige Band um den französischen Sänger und Gitarristen Thierry Gaillard setzte erfrischende musikalische Akzente an einem regnerischen Abend.

Um 18 Uhr nieselte es noch, zu Beginn des Konzerts ging der Niesel in Regen über. Unter anderen Umständen, unter strahlender Sonne oder in einer trockenen Halle, wären „Manny“ wahrscheinlich ziemlich abgefeiert worden. So reichte es immerhin noch, um die wettermäßig unerschrockenen Musikfreunde vollkommen zufriedenzustellen. Die schlechte Witterung veranlasste die fünf Profi-Musiker nicht etwa, lustlos ihr Programm abzuspulen, um den Vertrag zu erfüllen. Thierry Gaillard und seine Leute traten engagiert und spielfreudig auf. Der Sound der Band ist schwer einzuordnen, was für die Gruppe spricht.

Große Bandbreite

Die in Ankündigungen oft verwendete Formel „facettenreiche Songs zwischen Folk und Chanson“ kommt den Klängen der Band zwar nahe, trifft aber nur bedingt, weil es nur einen Teil der großen Bandbreite beschreibt. „Manny“ sind zum Beispiel auch in der Lage, dezent und locker abzurocken, wie etwa das vorletzte Stück „Sympathy for the devil“ bewies. Bei diesem Rolling-Stones-Cover-Song wagten sich sogar vereinzelte Tänzer aus ihrer Regendeckung heraus, um ihrem Bewegungsdrang nachzugeben.

Sowieso waren es die originellen, vom Band-Chef arrangierten Cover-Versionen, die beim Publikum am besten ankamen. So auch „All along the Watchtower“, ein Bob-Dylan-Song, den einst Jimi Hendrix bekannt machte. Aber auch die vielen Eigenkompositionen von Gaillard überzeugten ohne Abstriche, etwa das melancholische „Maman“ und einige andere. Auch bei diesem Lied kam wie bei fast allen anderen die außergewöhnliche Instrumentierung der Band zum Tragen: kein Bassist, aber dafür Violine (Mira Amadori) und Querflöte (Vincent Vigor). Den stets immer leicht folkig angehauchten Sound komplettierten Adeline Vigor an den Keyboards und Samuel Chevalley am Schlagzeug.

Dank an Phil Collins

Dankbar können die Fans der Band im übrigen Phil Collins sein. Der britische, in der Schweiz lebende Weltstar und Thierry Gaillard trafen sich einst in Genf und entwickelten einen guten Draht zueinander. Collins ermutigte den Franzosen dazu, endlich eine eigene Formation auf die Beine zu stellen. Bis dahin hatte der heutige Manny-Chef viele Erfahrungen als ganz normales Band-Mitglied in den verschiedensten Gruppen gesammelt – so unter anderem auch in der Denise Allen Band, den Bramschern bestens durch einen brillanten Auftritt im Sommerkulturprogramm 2012 in Erinnerung. Auch Violinistin Mira Amadori war bei dem Auftritt vor vier Jahren dabei. Am Ende gab der Band-Chef denen noch einen Tipp, die an der Musik von „Manny“ Gefallen gefunden hatten: „Wir sind zur Zeit in ganz Deutschland auf Tournee. Ihr könnt uns gerne mal zu einem Auftritt hinterher reisen, bei dem es nicht regnet.“

Gastronomen leiden

So sehr die Musikfreunde am Donnerstag auf ihre Kosten kamen, so sehr mussten die Gastronomen an diesem Abend leiden. Der Imbiss- und Getränkeumsatz ließ natürlich angesichts der geringen Zuschauerzahl arg zu wünschen übrig. Dabei dürfte sich bei den für einen August untypisch kühlen Temperaturen „Heißer Hugo“ noch weitaus besser verkauft haben als Bier oder Alster.