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Sommerkultur 2016 Bramscher Blues-Konzert mit Bad in der Menge

Von Holger Schulze, Holger Schulze | 05.08.2016, 17:07 Uhr

Blues von jungen Männern gab es am Donnerstag auf dem Bramscher Kirchplatz zu hören. Die Band „B.B. Riders“ mit dem Bramscher Malte Wollenburg stand auf der Bühne der Sommerkultur 2016.

„Gute, handgemachte Musik“ versprach Jan Rathjen dem Publikum und übergangslos ließen, neben dem Kopf des Trios, auch Dominik Walczuch aus Wallenhorst am Schlagzeug und der Münsteraner Nikolas Karolewicz am Bass ihre ersten Blues-Rhythmen in das Publikum fließen. Mit fetziger E-Gitarre und launigen Bassläufen legten die musikalischen Gäste los. Die „B.B. Riders“ stehen nach ihrem eigenen Verständnis für einen Blues, der beweisen soll, dass „diese Musikrichtung nicht nur eine Domäne von alten Männern ist“. Hierfür mixten die drei jungen Blueser den Sound von Texas- und Chikagoblues, kurzum, den Blues der alten Schule zusammen.

Wieder einmal vor bestens besetzten Zuhörerbänken ließen es die Jungs Stück um Stück abgehen. Mal rein instrumental, mal mit der Stimme von Malte Wollenburg und auch gelegentlich mit der vom Bassmann Nikolas Karolewicz angereichert, zelebrierte die Band ein lange Reihe von Titeln ausgewiesener Blues-Größen, allen voran B.B. King, dessen zwei erste Buchstaben sich auch im Bandnamen wiederfinden, „ihm zu Ehren“, wie Malte Wollenburg im Verlauf des Konzertes das Publikum aufklärte.

Gang durch das Publikum

Irgendwie scheint ein Gang durch das Publikum zur unterhaltsamen Attitüde von Bluesinterpreten zu gehören. Nachdem Reverend Rusty am Donnerstag letzter Woche bereits das Bad in der Menge für ein paar Takte nutzte, stolzierte diesmal Malte Wollenburg sichtlich genussvoll mehrfach über den gesamten Kirchplatz. Ihn begleiteten hochgereckte Daumen der Anerkennung und so manches Lächeln auf dem Lippen seiner Zuhörer.

Viele Instrumentalstücke

Das Repertoire von „B.B. Riders“ bestand aus einer flotten Abfolge zahlreicher Titel. Klar im Zentrum standen dabei reine Instrumentalstücke, in denen Malte Wollenburg seinen Hang zu ausgedehnten Soli ausspielen konnte. Doch auch Bassist Nikolas Karolewicz agierte, einmal losgelassen, ebenso intensiv. In den Phasen, in denen er aus der Begleiterrolle entlassen war, um kurzzeitig in das Zentrum der Performance aufzurücken, wusste er in cooler Bassmannmanier sein Instrument geschmeidig ins Laufen zu bringen.

Reaktionen aus dem Publikum

„Es ist einfach guter Blues, ich habe den schon lange nicht mehr gehört. Hier kommen die alten Titel wieder nach vorne. Aber die Bramscher bekommen leider den Arsch nicht hoch“, so erlebte Lothar Wölki aus Hesepe den von ihm durchgetanzten Abend. Als Angehörige der Generation unter 30 stand Julia Rieseler im Publikum. „Ich finde es grundsätzlich toll, dass das in Bramsche überhaupt stattfindet. Es ist schade, dass von unserer Generation das Sommerkulturprogramm eher weniger genutzt wird. Hier gibt es doch einiges, womit man sich beschäftigen kann. Es ist schön, dass es eine junge Band mit handgemachter Musik ist“, umschrieb die 27-Jährige ihre Eindrücke vom Konzert. Berthold Niemeyer hingegen sah sich an diesem Abend in seine Jugend zurückversetzt. „Tolle Musik. Ich liebe Blues. Die Jungs spielen sehr gut. Es sind die schönen alten Stücke. Sie erinnern mich an meine Sturm- und Drangzeit“, machte der Bramscher keinen Hehl aus dem, was das Konzert bei ihm auslöste.

Spaß am Auftritt

Doch auch der Band war der Spaß an ihrem Auftritt anzumerken. „Es ist ein Debüt im Rahmen einer richtigen Konzertkulisse“, erzählte Malte Wollenburg in der Pause. Davor hatte „B.B. Riders“ lediglich einen Auftritt im Freibad von Bersenbrück . Und so genossen die drei jungen Musiker selbst ihr Konzert, bis vor ihrer Bühne ein durchgeschwitztes Bekleidungsoberteil fiel und die 22-Uhr-Marke für das Konzertende deutlich überschritten war.