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Serie Kultur vor Ort Bramscher Ten-Sing-Chor macht christliche Jugendarbeit

09.11.2017, 08:03 Uhr

In Bramsche gibt es verschiedene Chöre für unterschiedliche Zielgruppen. Einer davon ist der Ten-Sing-Chor der Kirchengemeinde St. Johannis in der Gartenstadt. Das Besondere dabei ist, dass hier Jugendarbeit von Jugendlichen für Jugendliche gemacht wird. Der Bramscher Rune Schohaus war gerade 17 Jahre alt, als er die Chorleitung vor acht Jahren übernahm.

 Was wird gesungen? 

Im Ten-Sing-Chor, eine Form der musikalisch-, christlichen Jugendarbeit, die aus Norwegen stammt, wird großer Wert darauf gelegt, dass die Jugendlichen ihre Kultur miteinbringen. „Übersetzt heißt das, ,Sie bestimmen, was wir singen‘“, erklärt Schohaus das Prinzip. „Das ist bei uns Rock und Pop, aber auch Reggae und richtiger Heavy Metal“. Zurzeit üben sie „Read all about it“ von Emeli Sande, eines der Stücke, das sie beim großen Konzert im nächsten Jahr am 15. September singen werden. Celine und Annalena singen Solo-Beiträge. Und das richtig gut. Rune verspricht: „Ich hole aus jedem Jugendlichen einmal die Woche den Rockstar raus.“

 Wie ist ein Ten-Sing-Chor organisiert? 

Das Konzept sieht vor, dass sich der Ten-Sing-Chor ein Jahr auf ein großes Konzert vorbereitet. Die wöchentlichen Proben in Bramsche finden immer dienstags von 19 bis 21 Uhr in der St.-Johannis-Kirche statt. Es gibt verschiedene „Workshops“. Chor und Band sind zwei davon. Außerdem gibt es den Schauspiel- und Tanz-Workshop, der sieben Monate vor dem großen Konzert anfängt zu proben. Das Konzert ist dann eine Mischung aus Musik, Theater und Tanzeinlagen. Die Mitglieder im Technik- Workshop kümmern sich um Ton, Licht und Bühne. Ten-Sing will den Teilnehmern, die in Bramsche zwischen 13 und 20 Jahre alt sind, die Möglichkeit geben, sich einzubringen und Aufgaben zu übernehmen.

 Wer ist der klassische Konzertbesucher? 

„Vom achtjährigen Mädchen, das sich bei unserem letzten Konzert noch zum Schutz Stöpsel in die Ohren gesteckt hat, bis zu meiner 85-jährigen Oma ist alles dabei“, so Chorleiter Schohaus. Hauptzielgruppe der Ten-Sing-Konzerte seien aber Jugendliche und die Eltern der Mitglieder. „Im vorderen Bereich der Kirche räumen wir die Bänke weg, um Platz zum Tanzen zu schaffen. Hinten brauchen wir Sitzplätze für die Älteren. Ein interessanter Spagat“, so der Chorleiter. „Mir macht es einfach unheimlich viel Spaß“, begründet er seine Motivation. „Ich kann hier richtig gut abschalten und habe einen guten Ausgleich zu meiner Arbeit.“