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Schock und Frustration Nur zehn Anmeldungen an der Bramscher Hauptschule

Von Hildegard Wekenborg-Placke | 27.04.2016, 09:05 Uhr

Schock und Frustration an der Bramscher Hauptschule: Nach den jetzt vorliegenden Anmeldezahlen für die weiterführenden Schulen werden nur zehn der insgesamt 296 Bramscher Viertklässler gegenüber 24 im Vorjahr im kommenden Schuljahr die Schule an der Heinrichstraße besuchen. Klasse 5 ist damit nur noch einzügig.

Nicht einmal, dass der neue Jahrgang mit 296 statt 271 wesentlich stärker ist als der des Vorjahres, hat offensichtlich den Rückgang aufhalten können. Einer der Gründe dürfte nach Einschätzung von Schulleiterin Sandra Castrup der Wegfall der Schullaufbahnempfehlungen sein. Die Eltern wurden vor den Anmeldungen nur noch in zwei Beratungsgesprächen über mögliche Bildungswege ihrer Kinder informiert.

Für Castrup und ihr Kollegium heißt es jetzt „den Kopf nicht in den Sand stecken, weiter unterrichten und gute Arbeit machen“. Dennoch räumt die Schulleiterin ein: „Wir sind schon frustriert und geschockt“. Eigentlich sei die gute Arbeit der Hauptschule in Bramsche doch bekannt, besonders das umfangreiche Angebot im Bereich der Berufsorientierung werde von potenziellen Ausbildungsbetrieben wertgeschätzt. „Überregional hat die Hauptschule aber einfach einen schlechten Ruf“, gibt sie zu.

Erste Gespräche mit der Schulverwaltung wurden bereits geführt. Sollte sich der Negativtrend im kommenden Jahr fortsetzen, sei die Schule „auf die Dauer nicht mehr handlungsfähig“. Szenarien stehen im Raum von der Zusammenlegung zweier Jahrgänge oder der Kooperation mit benachbarten Schulen, allerdings nur, wenn sich über mehrere Jahre „ein stabiler Trend“ zeige, meint Wolfgang Furche von der Stadt Bramsche. Was für Fünftklässler wegen der überschaubaren Gruppe und der familiären Atmosphäre noch positiv sei, bringe für die älteren Schüler wegen der mangelnden Differenzierungsmöglichkeiten große Probleme. Eine Alternative sieht Castrup nach wie vor in der Einrichtung einer Oberschule mit Schwerpunkt in der Berufsorientierung, auch wenn „ich die Hauptschule natürlich lieber erhalten würde“. Der Verwaltungsvorschlag zur Gründung einer Oberschule fand bislang im Stadtrat allerdings keine Mehrheit.

Realschule „von Eltern gut angenommen“

Zufriedenheit mit den Anmeldezahlen herrscht dagegen an allen anderen weiterführenden Schulen in der Stadt. Mit 55 Anmeldungen zeigt sich die Realschule gegenüber 41 im Vorjahr wieder gestärkt, wird somit zweizügig bleiben. Diese Zunahme von mehr als 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr zeige, „dass die Realschule von den Bramscher Eltern gut angenommen wird“, sagt Realschulleiter Norbert Szczepanek. Mit einer Zweizügigkeit der Realschule lässt sich auch das Konzept realisieren, auf das sich Stadt und Landkreis im Vorfeld geeinigt haben und das für das neue Schuljahr noch einmal eine Einschulung des neuen Jahrgangs im eigentlich kreiseigenen IGS-Gebäude vorsieht. Sollte die Realschule allerdings wegen Nachmeldungen oder Ummeldungen drei Klassen einrichten müssen, könnte es eng werden - zunächst im IGS-Gebäude und nach dem Umzug auch an der Heinrichstraße, mahnt Szczepanek die Verwaltung, endlich ein trägfähiges Raumkonzept“ für die Schulen in städtischer Trägerschaft vorzulegen.

„Gut durchmischte Schülerschaft“ an der IGS

Auf eine „Schülerschaft mit viel Potential“ freut sich IGS-Leiter Thomas Behning, dessen Akten 103 Anmeldungen und damit zwei mehr als im Vorjahr beinhalten . Mit einem Viertel leistungsstärkerer Jungen und Mädchen sei die Schülerschaft „gut durchmischt“, zieht er ein erstes Fazit nach der Durchsicht der vorgelegten Zeugnisse. „Wir haben alle im Blick“ verspricht Behning, auch und besonders die, „die ihr Potential noch entfalten möchten“. 15 Plätze sind nach Auskunft von Landkreissprecher Burkhard Riepenhoff mit Schülern aus anderen Gemeinden belegt.

Fünf Klassen am Gymnasium

Einsam an der Spitze der Beliebtheitsliste steht allerdings, aller Zufriedenheit an Realschule und IGS zum Trotz, das Greselius-Gymnasium. 127 Schüler statt 97 im Vorjahr wurden angemeldet. Es wird fünf Klassen geben. „Wir sind selbst überrascht von diesen deutlichen Zahlen“ freut sich Schulleiterin Barbara Bolz auf einen nach Informationen aus den Grundschulen „leistungsstarken Jahrgang“.