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Runder Tisch tagte im Rathaus Gutachter: Stromtrasse durch Bramsche problematisch

Von Marcus Alwes, Marcus Alwes | 30.09.2016, 09:06 Uhr

Der Übertragungsnetzbetreiber Amprion und das Gutachterbüro Kortemeier-Brokmann Landschaftsarchitekten nennen nach einer aktuellen Untersuchung zu möglichen Standorten für ein weiteres Umspannwerk im Nordkreis den Sektor Hackemoor bei Merzen „als am besten geeignet“.

Acht andere mögliche Plätze fallen im Vergleich dazu ab. Denn vielfach müssten „deutlich größere Distanzen durch neuen Leitungsbau überbrückt werden“ (Zusatzkosten bis zu 20 Millionen Euro), aber auch Kriterien wie der Abstand zur Wohnbebauung, Natur- und Umweltaspekte und die Auswirkungen auf das 110-kV-Netz des regionalen Versorgers Westnetz hätten bei der Untersuchung und der Empfehlung für Hackemoor eine gewichtige Rolle gespielt . Das geht aus einer Pressemitteilung hervor, die im Anschluss an die zweite, viereinhalbstündige Sitzung des Runden Tisches – durch das Beratungsbüro IKU – verbreitet wurde. Getagt wurde zuvor im Rathaus in Bramsche.

In besagter Erklärung erneuerte zudem der Osnabrücker Kreisrat Winfried Wilkens seine Forderung, nicht nur den künftigen Verlauf einer zusätzlichen 380-kV-Höchstspannungsleitung in einem Raumordnungsverfahren untersuchen zu lassen, sondern auch die Standortentscheidung für das besagte Umspannwerk darin aufzunehmen. „Die Wechselwirkungen zwischen der Trassenführung der geplanten Leitung und möglichen Anlagenstandorten seien so erheblich, dass eine gemeinsame Prüfung und Abwägung zwingend erforderlich erscheine“, heißt es dazu in der Pressemitteilung.

Kritisch bewerteten am Runden Tisch die Vertreter des Netzbetreibers Amprion und des Gutachterbüros Kortemeier-Brokmann offenbar auch den Vorschlag des Bersenbrücker Samtgemeindebürgermeisters, Horst Baier, die neue, zusätzliche 380-kV-Höchstspannungsleitung an der A1 und später parallel zu einer bereits bestehenden Leitung durch Malgarten, Rieste-Süd und Sögeln laufen zu lassen. „Plane man den erforderlichen Leitungsneubau parallel zur vorhandenen Leitung, stoße man vor zahlreiche Probleme: erforderlicher Waldeinschlag, Annäherung an Wohnbebauung und Windparks, Bodendenkmäler und Vogelschutzgebiete“, heißt es dazu in der Pressemitteilung. Hierauf hatten zuvor auch schon Vertreter der Stadt Bramsche um Bürgermeister Heiner Pahlmann und Baudirektor Hartmut Greife aufmerksam gemacht.

Beide gehörten – diesmal als Gastgeber – auch zum Teilnehmerkreis des jüngsten Runden Tisches, an dem ferner Vertreter diverser Bürgerinitiativen aus dem Nordkreis, des Netzbetreibers Amprion, der Kreisverwaltung, der Samtgemeinden Bersenbrück und Neuenkirchen sowie des Landkreises Vechta, der Gemeinde Neuenkirchen-Vörden und des Amtes für regionale Landesentwicklung (ArL) saßen.

Am 20. Oktober trifft sich das Gremium nun wieder. Es erhofft sich laut Presseerklärung, dass die Amprion-Sprecher dann noch viel deutlicher erklären, wie sie die bisher gewonnenen Erkenntnisse bewerten – vor allem mit Blick auf deren Standortentscheidung für ein Umspannwerk und den Streckenverlauf einer neuen Stromtrasse.