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Projekt Bahnhofsumfeld Stadt Bramsche informiert über Sanierungsgebiet

Von Björn Dieckmann | 14.06.2016, 20:02 Uhr

Über das geplante Sanierungsvorhaben „Bahnhofsumfeld“ hat die Stadt Bramsche zum zweiten Mal im Rahmen einer Bürgerversammlung im Rathaus informiert.

Bei der Veranstaltung am Montagabend erklärten der Leitende Baudirektor Hartmut Greife und Stadtplaner Wolfgang Tangemann insbesondere die genauen Umrisse des vorgesehenen Sanierungsgebiets . Über die Brachfläche direkt an den Bahnschienen hinaus solle auch die Gerhard-Hauptmann-Straße komplett in das Gebiet einbezogen werden. Dies habe zum einen den Grund, dass diese Straße eine durchaus wichtige Funktion für die Entwicklung des künftigen Viertels haben werde: „Von dort aus wird es eine Zuwegung geben, in Form einer Straße, eines Rad- oder Fußwegs - das steht noch nicht fest“, so Tangemann.

Greife ergänzte, bei einer Begehung der Straße durch die Bauverwaltung sei man auch „durchaus zu der Ansicht gelangt, dass hier noch nicht alle Häuser durchsaniert sind“. Es sei im Zuge des Sanierungsvorhabens für Grundstückseigentümer möglich, von Zuschüssen und Steuerabschreibungen zu profitieren beispielsweise für Isolierungsmaßnahmen. Die Moltkestraße sei hingegen zwar zum Teil, aber nicht in Gänze einbezogen worden, weil sie keine Funktion als Zuwegung habe, aber ein wichtiges Bindeglied zwischen den noch zu übeplanenden Flächen und der Innenstadtbebauung sein werde.

Kritische Nachfragen

Zufrieden stellte das die Zuhörer nicht, wie einige kritische Nachfragen deutlich machten: So fürchteten die Anwohner insbesondere, mit Ausgleichszahlungen am Ende des Sanierungsverfahrens belastet zu werden , „die für uns heute noch überhaupt nicht in der Höhe absehbar sind“, wie eine Bewohnerin der Straße erklärte. Greife bemühte sich, diese Bedenken zu zerstreuen. Insbesondere diejenigen, die bereits jetzt in dem künftigen Sanierungsgebiet wohnten, würden bei Weitem nicht so stark zu Zahlungen herangezogen wie etwa die Bauherren in Neubaugebieten.

Gespräche mit der Deutschen Bahn

Der Baudirektor erläuterte auf Nachfrage auch, die Stadt befinde sich bereits in Gesprächen mit der Deutschen Bahn über den Ankauf von Flächen. Dazu gehörten auch die Schrebergärten, die von der DB verpachtet seien. „Erfahrungsgemäß dauern Verhandlungen mit der Bahn immer etwas länger“, so Greife. Die Pächter müssten also nicht fürchten, ihre Areale schon in nächster Zeit abgeben zu müssen. Auch plane die Stadt keine Enteignungen, bekräftigte er wie auch schon in der ersten Info-Veranstaltungen zu dem Vorhaben , bei dem die Brachflächen in Bahnhofsnähe überplant und neugestaltet werden sollen, um hier Wohnraum und eine Verbindung vom Berg zur Innenstadt zu schaffen.

Greife und auch Tangemann betonten zudem, dass zum einen die geplanten Schallschutzmaßnahmen die Lärmbelastung auf weniger als die Hälfte reduzieren würden, zum anderen ein auf dem Gelände liegendes Biotop erhalten bleiben solle: „Das wird im Bebauungsplan festgesetzt“, sagte Greife, und Tangemann fügte hinzu, dass Grünflächen einem Viertel auch eine besondere Lebens- und Aufenthaltsqualität verleihen“.

Politische Entscheidungen

Über die Festsetzung des Sanierungsgebiets entscheiden in der kommenden Woche der Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt, der Verwaltungsausschuss und abschließend der Stadtrat in seiner Sitzung am 22. Juni 2016 um 18.30 Uhr im Museum und Park Kalkriese. Greife rief die Besucher der Informationsveranstaltung dazu auf, Einsicht in die Beschlussvorlage zu nehmen, die auf der Internetseite der Stadt Bramsche abrufbar ist. „Wenn Sie dazu Fragen haben, melden Sie sich gerne bei uns im Rathaus“, bot er an.

Bürgerbeteiligung

Greife wie auch Tangemann unterstrichen, dass ihnen die Bürgerbeteiligung in diesem Projekt besonders wichtig sei. So solle es auch einen Ideen-Workshop geben, in dem sich Anwohner und weitere Interessierte mit ihren Vorstellungen einbringen können. Moderiert werden solle dies von einem externen Fachmann, „damit bei Ihnen nicht der Eindruck entsteht, dass wir die Veranstaltung in eine Richtung lenken, die unseren Interessen entspricht“, so Greife.