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Probleme nach Brandschaden Bramscher Weihnachtszirkus hofft auf Unterstützung

Von Björn Dieckmann | 09.12.2015, 20:03 Uhr

Zum fünften Mal ist der „Weihnachtszirkus“ in Bramsche zu Gast. Für die Familie Colani geht es bei den Vorstellungen auf der Wiese an der Realschule auch um die wirtschaftliche Existenz nach einem Jahr voller Tiefschläge.

„2015 ist alles schief gegangen, was nur schiefgehen kann“, blickt Zirkus-Chefin Alexandra Colani auf die vergangenen Monate zurück. Immer wieder fielen Fahrzeuge aus, auf die der Zirkus dringend angewiesen ist. Die Reperaturen sorgten bereits für ein dickes Loch in der Kasse. Noch schlimmer aber traf die Artisten der Brand eines Lkw-Aufliegers: Durch das Feuer wurden im Sommer sämtliche Materialien für den „Weihnachtszirkus“ zerstört. „Es war alles kaputt, wir mussten ganz von vorne beginnen mit der Ausstattung für die Weihnachtsvorstellungen“, so Colani. Die Familie hatte den Anhänger in der Gartenstadt auf einem Parkplatz am Wiederhall stehen lassen. „Es befand sich ausschließlich das Equipment für den Weihnachtszirkus darin, das wir den Rest des Jahres nicht benötigen“, erklärt Colani. ( Weiterlesen: Bramscher Weihnachtszirkus nach Brand in Not )

Komplette Weihnachts-Ausstattung verloren

Nun also war alles verloren. Zusammen mit den Fahrzeugreparaturen „mussten wir tausende Euro bezahlen in diesem Jahr, um überhaupt wieder an Ausstattung zu kommen“, so Colani weiter. Einige Sachspenden nach dem verheerenden Feuer hätten zwar geholfen, „aber vieles sind ja sehr spezielle Sachen, die niemand einfach zu Hause liegen hat und abgeben kann“ erklärt die Zirkus-Chefin und weist beispielhaft auf den großen Teppich hin, der den Boden des Zeltes bedeckt, in dem der die Zirkus-Vorstellungen begleitende Weihnachtsmarkt stattfindet.

„Vor zwei, drei Monaten standen wir vor der Frage: Geben wir auf – oder versuchen wir, uns aus dem Schlamassel zu ziehen?“, zeigt Alexandra Colani auf, in welche Schwierigkeiten die Familie durch die Rückschläge dieses Jahres gekommen ist. Nach einigem Zögern und Hadern entschieden sich die Zirkusleute zum Weitermachen – auch dank einiger positiver Signale: „Die Stadt Bramsche hat auf eigene Kosten den verbrannten Müll aus unserem Anhänger entsorgt. Und eine Spedition aus Achmer hat angeboten, das wir unsere Sachen künftig dort auf dem Gelände einlagern können“, freut sich Colani. Ein Metallbau-Unternehmen aus Engter helfe zudem dabei, die Verstrebungen für die Zelte wieder herzustellen. Aber: „Wir mussten sehr viel neu beschaffen. Ob wir die nächsten Monate wirtschaftlich überstehen, das wissen wir noch nicht“, macht Colani deutlich. „Wir mussten uns einiges an Geld leihen. Das müssen wir nun wieder reinspielen, zugleich die laufenden Kosten stemmen.“ Sie und ihre Familie hofften deshalb „inständig darauf, dass unser tolles Bramscher Publikum in diesem Jahr besonders zu uns hält.“

Neues Programm

Dafür wollen die Colanis auch einiges bieten: Sohn John wird in diesem Jahr erstmals den Clown geben, nachdem er einige Jahre Erfahrungen in anderen, durchaus renommierten Einrichtungen gesammelt hat. Eine Artistin ist neu, sie tritt ohne Gage auf, auch ein polnischer Künstler feiert seine Premiere in Bramsche. Und, soviel verrät Alexandra Colani bereits, die Show wird sich orientieren an der Disney-Figur der „Eiskönigin“, „die bei Kindern sehr sehr beliebt ist“.

Die erste Vorstellung ist am 23. Dezember, bis zum 3. Januar gibt der Zirkus täglich Vorstellungen. Info-Tel. und Kartenreservierung unter 0178/3330429.