Ein Artikel der Redaktion

Probleme mit Internetanbindung Wiemelsberg-Siedlung in Ueffeln häufig nur „offline“

Von Marcus Alwes | 21.10.2015, 09:10 Uhr

Die Anwohner am Wiemelsberg sind verärgert. Zumindest eine ganze Reihe von ihnen. Denn sie warten in ihrer Siedlung in Ueffeln immer noch auf eine akzeptable Anbindung an das Internet. „Was wir brauchen, sind 600 Meter Kabel und einen Bagger“, sagt Volker Rövekamp. Der Anschluss an das Breitbandnetz soll endlich her. Doch bisher werden Rövekamp und andere Anwohner auf eine harte Geduldsprobe gestellt.

Denn auch Funkverbindungen per LTE oder Satellitensignale kommen bei rund 20 der Häuser in der Wiemelsberg-Siedlung gar nicht erst oder nur sehr schlecht an. „Wenn ich von hier eine Mail mit einem Foto als Anhang verschicken möchte, dann muss ich morgens anfangen, damit es auch abends endlich rausgegangen ist… Das ist kein Witz“, schimpft Gunthild Hoppe über das nicht oder nur rudimentär vorhandene Netz.

Bei Schularbeiten wichtig

 Schnelles Internet in diesem Teil von Ueffeln? Unweit vom Gehn-Steinbruch. Anwohnerin Hoppe winkt nur noch ab. „Wir haben zwei Söhne, die sind 15 und 17 Jahre alt. Die brauchen für ihre Schularbeiten eigentlich regelmäßig das Internet. Aber hier kommt nichts an.“ Das findet sie frustrierend.

Und ihr Nachbar Christian Ahrens, der bereits mehrfach die Stadt Bramsche kontaktiert hat, zeigt mit der Hand in Richtung Steingräberweg: „Da ist das neue Baugebiet. Weitere 17 Grundstücke. Wie kann man da nur ein solches Baugebiet ausweisen, wenn man für die neuen Häuser dort gar keine Internetanbindung bieten kann?“

Aus dem Ortsteil Ueffeln haben sich unlängst auch die Sparkasse und die Volksbank mit Anlaufstellen zurückgezogen. „Da soll man jetzt von zu Hause aus seine Überweisungen per Internet-Banking machen“, erklärt Alexander Hoppe, „aber wie soll das denn bei uns gehen, wenn sich gar keine Verbindung aufbauen lässt?“

Problem Online-Banking

Die Rövekamps, die Hoppes, die Ahrens und andere haben bislang nicht nur mit der Verwaltung der Stadt Bramsche gesprochen, um auf ihr Problem aufmerksam zu machen. Sie haben in den vergangenen Monaten auch die Politiker im Ortsrat um Hilfe gebeten sowie diverse Telekommunikationsunternehmen kontaktiert. Wirkliche Fortschritte in der Sache können sie aber nicht vermelden. Nennenswerte Teile der Wiemelsberg-Siedlung bleiben somit „offline“. Dabei steht ein Hauptverteiler für einen möglichen Breitbandanschluss direkt an der Kreuzung zur Bundesstraße 218 (rund 600 m Luftlinie entfernt) und ein weiterer Verteilerkasten direkt am Eingang zur Wiemelsberg-Siedlung. Nahe der Neuenkirchener Allee.

Doch an das Breitbandnetz wurden sie bisher nicht angeschlossen. Die entsprechenden Kabel (wohl Glasfaser) wurden noch nicht bis zu ihren Häusern verlegt. Und irgendwie scheint eine schnelle Lösung auch nicht in Sicht. „In Niedersachsen sind in der Regel die Landkreise die Träger des Breitbandausbaus. Auch hier bei uns im Raum Osnabrück ist das so“, sagt der Wirtschaftsförderer der Stadt Bramsche, Klaus Sandhaus. Die Kreisverwaltung am Schölerberg arbeite gerade an einem Breitband-Strukturkonzept, so Sandhaus weiter. Sie warte aber noch auf eine entsprechende Richtlinie des Bundes und die Bereitstellung von möglichen Geldern aus einem dazugehörigen Bundesförderprogramm. Dann könne es gut sein, so Sandhaus, dass auf diesem Wege auch die Siedlung am Wiemelsberg in Ueffeln an das Breitbandnetz angeschlossen werde.

Wann das genau sein wird, kann augenblicklich aber noch niemand sagen. Immerhin gibt Wirtschaftsförderer Sandhaus zu, dass die Wiemelsberg-Siedlung mit Blick auf das Internet „keine besonders glückliche Ecke“ sei. Einen Verbesserungsbedarf verneint er nicht.

Landkreis ist zuständig

Die Geduld der Anwohner am Wiemelsberg ist unterdessen so gut wie aufgebraucht. „Wir würden ja sogar selbst beim Verlegen der Breitbandkabel helfen – und dabei anpacken“, sagt Volker Rövekamp. Und er erinnert an seine anfängliche Aussage: „Was wir brauchen, sind 600 Meter Kabel und einen Bagger.“