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Probleme im ländlichem Raum Stadt Bramsche: Nicht zuständig für Breitband-Ausbau

Von Marcus Alwes | 14.12.2015, 08:02 Uhr

Der städtische Baudirektor Hartmut Greife sieht „sehr gute Perspektiven“ für ein Schnelles Internet in den künftigen Baugebieten Kapshügel III in Engter und Stapelberger Weg in Hesepe.

„Kürzlich ist bei der Stadtverwaltung die Absichtserklärung der Telekom eingegangen, in beiden Baugebieten sogenannte FTTH-Anschlüsse bereitzustellen“, sagt der Verwaltungsfachmann. Zu welchen Konditionen ein solcher Glasfaseranschluss in Bramsche aber bis an die Häuser gelegt und für die Bauherren eingerichtet werde, so Greife, sei „Sache des Anbieters und kann von der Stadt nicht beeinflusst werden“. Der Baudirektor tritt damit auch vereinzelten Forderungen aus der Kommunalpolitik entgegen, die Stadt solle in allen neu entstehenden Wohngebieten demnächst für ein Schnelles Internet sorgen und diese Maßnahme auch finanzieren bzw. vorfinanzieren. Zum Beispiel im Sektor Steingräber Weg in Ueffeln sowie in der dort benachbarten Wiemelsberg-Siedlung . Dafür hatte sich vor allem die Partei Die Linke im Orts- und Stadtrat stark gemacht.

„Grundsätzlich kann die Stadt das aufgrund der hohen Kosten nicht leisten“, sagt Greife. Der Baudirektor verweist jedoch darauf, dass der Landkreis Osnabrück über sein Tochterunternehmen Telkos GmbH an einem Breitbandstrukturkonzept für die Gesamtregion arbeite, das wohl ab dem Jahr 2018 realisiert werden solle. „Zuständig für den Breitbandausbau sind nicht die Kommunen, sondern in allererster Linie der Bund – und bezüglich der Festlegung der Priorisierung dann der Landkreis“, untermauert Greife seine Aussagen. Die Stadt Bramsche berücksichtige unterdessen den wachsenden Wunsch der Bürger nach einem Zugang zum Schnellen Internet aber „bereits bei der Erschließungsplanung“ von neuen Baugebieten, so Greife.

Vor jeder Baumaßnahme gebe es Gespräche mit allen Versorgungsträgern. Dazu würden auch die Telekommunikationsanbieter zählen. Jedes Unternehmen der Branche habe grundsätzlich die Möglichkeit, sich im Rahmen eines eigenwirtschaftlichen Ausbaus der digitalen Infrastruktur an der Erschließung von Neubaugebieten zu beteiligen, sagt Greife: „So ist es möglich, im Zuge der Erschließungsarbeiten parallel zu den Versorgungsleitungen der Energieversorger auch schon Leerrohre für die spätere Verlegung von Glasfaserkabeln vorzusehen bzw. die Breitbandleitungen sofort mit zu verlegen.“

Für die Bürger der Siedlungen Steingräber Weg/Wiemelsberg in Ueffeln ist das wahrscheinlich keine befriedigende Antwort. Auch eine rasche Lösung ihres bestehenden Problems – schwache und langsame Internetverbindung – liegt damit wohl eher in weiter Ferne. Es sei denn, das für den 15. Dezember anberaumte Gespräch mit der Telkos GmbH bringt eine unerwartete Wende. Doch: „Solange es noch keinen flächendeckenden Ausbau des Breitbandnetzes auch in den ländlichen Bereichen gibt, wird es Unterschiede innerhalb der digitalen Versorgung zwischen den einzelnen Baugebieten geben“, stellt Baudirektor Greife sachlich-nüchtern fest. In dichter besiedelten Orts- und Stadtteilen sowie in Zentrumsnähe sei die Versorgung hingegen „schon gut beziehungsweise wird zügig ausgebaut, da dort der eigenwirtschaftliche Ausbau für die Telekommunikationsunternehmen lohnend ist“, so Greife.