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Prioritätenliste geplant Krippensituation in ganz Bramsche auf dem Prüfstand

Von Hildegard Wekenborg-Placke | 06.02.2017, 20:00 Uhr

Die Nachfrage nach Krippenplätzen steigt in Bramsche und den Ortsteilen weiter an. Die Verwaltung arbeitet deshalb zurzeit an einem Gesamtkonzept für den Krippenausbau und die damit verbundenen Kosten. Das bestätigte jetzt der Erste Stadtrat Ulrich Willems.

Wenn am Mittwoch, 8. Februar 2017, der Sozialausschuss sich mit dem Wunsch nach einer Krippengruppe für Ueffeln und damit verbunden einem Ausbau der Kita St. Marien beschäftigt, wird dies sicherlich nur ein Teil der Debatte sein. Auch aus Sögeln wurde im Ortsrat der Wunsch nach einer Krippengruppe laut, der im Obergeschoss des Dorftreffs untergebracht werden könnte. In der Diskussion sind auch weitere Krippenplätze für die katholische Kita St. Martinus und die Kita Im Sande in der Gartenstadt.

Thema Dauerbrenner in Engter

Im Kirchspiel Engter ist das Thema „Plätze für die Kleinsten“ seit Jahren ein Dauerbrenner. Bis zum Sommer sollen neue Krippengruppen durch Umbaumaßnahmen in der Kita „Pfiffikus“ und durch Anbau und Sanierung der Kita „Wirbelwind“ für eine Entspannung der Situation sorgen. Auch in Lappenstuhl ist derzeit ein Krippengebäude im Bau. In der Gartenstadt will das „Haus Elbestraße“ der HpH Bersenbrück eine Krippe anbauen , am Grünen Brink ging Anfang Januar eine Krippengruppe im Obergeschoss des Familienzentrums an den Start. 

Kita-Gruppe im Heseper Schulgebäude?

Zeichnet sich hier eine Entlastung ab, brennt in der Kindertagsstätte mit Familienzentrum in Hesepe weiter der Busch. Von einem „Geburtenboom“ in der Elternschaft spricht Kita-Leiterin Sabine Stein. Zwei Krippengruppen gibt es hier bereits. Stein möchte zusätzlicheine altersübergreifende Gruppe einrichten. „Die Einrichtung wird sehr stark nachgefragt“, räumt Willems ein. Auch wenn ein erheblicher Anteil der Kinder nicht aus dem Ortsteil Hesepe kommen, so wolle die Stadt doch nach einer Lösung suchen, damit Eltern mehrerer Kinder nicht verschiedene Einrichtungen ansteuern müssen. Anders als zunächst aus Hesepe angeregt, soll diese aber nicht aus Containern bestehen. Mobile Räume zu mieten sei unverhältnismäßig teuer. Dass die Grundschule nun zum Schuljahresbeginn ein Ganztagsangebot einrichten will und dafür im Schulgebäude umgebaut werden muss, ließ in der Verwaltung eine Idee reifen: Der Raum, der ursprünglich als Essensraum für die Schüler vorgesehen war, könnte für ein paar Jahre für eine ausgelagerte, altersübergreifende Kindergartengruppe genutzt werden. Die Grundschulkinder könnten dann wieder im Familienzentrum ihr Mittagessen einnehmen, wie es bis Anfang dieses Schuljahres gängige Praxis war. Das unmittelbar an die Schule angrenzende Familienzentrum verfügt über einen ausreichend großen Essensraum. Die Mahlzeiten würden dann zeitlich gestaffelt eingenommen. Die Kita-Leitung hat bereits ihr Einverständnis signalisiert. Willems sieht in einer solchen Lösung eine „klassische Win-Win-Situation“, da das Geld für den Umbau der Schule ohnehin ausgegeben werden müsste. Ein entsprechender Titel ist im Haushalt vorgesehen, müsste allerdings umgewidmet werden.

Auf den Prüfstand

Diese „temporäre Lösung“ soll aber ebenso auf den Prüfstand wie die Hilferufe aus Sögeln und Ueffeln und die Situation im Bramscher Innenstadtbereich. „Wir müssen zu einer Komplettlösung für ganz Bramsche kommen, vergleichbar der Prioritätenliste für den Ausbau von Essensräumen in den Kindertagsstätten“, sagt Willems. „Wir können nicht jeden Bedarf von jetzt auf gleich erfüllen. Wir wollen zunächst einmal klären, wo die Bedarfe sind und was das alles ungefähr kostet“, so der Erste Stadtrat.

 Ende 2016 standen noch 135 Krippenkinder auf Wartelisten. Die neuen Einrichtungen mit rund 60 Plätzen haben die Situation zwar ein wenbig entspannt - aber die Anmeldewoche in allen Bramscher Kindergärten läuft noch. Dann wird neu gerechnet.