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Ortsrat lässt nicht locker Martin Negel will Bus-Projekt in Kalkriese anschieben

Von Marcus Alwes, Marcus Alwes | 01.06.2016, 09:16 Uhr

Etwa 900 Einwohner hat der Ortsteil Zahlreiche Bürger wünschen sich eine Verbesserung des Busangebotes in der weitläufigen und ländlichen Region. Ortsratsmitglied Martin Negel (Die Grünen) arbeitet federführend an dem ÖPNV-Projekt mit.

„Der Bedarf ist da“, sagt der Förderschullehrer und Familienvater, „vor allem Senioren und jene Jüngeren, die noch keinen Führerschein haben, wünschen sich hier weitere Busse.“ Die einen, weil sie – vorzugsweise vormittags – zum Einkaufen, zum Arzt oder zur Apotheke in die Innenstadt nach Bramsche wollen. Die anderen, weil ihre Ziele – eher nachmittags – das Schwimmbad in der Nähe des Schulzentrums oder das Jugendzentrum sind.

Mehr ÖPNV? Martin Negel hat lange gebohrt und immer wieder nachgehakt. Im Ortsrat in Kalkriese, in den Gremien seiner Partei. Den einen oder anderen Mitstreiter hat er gefunden. Inzwischen hat der Bürgermeister der Stadt Bramsche, Heiner Pahlmann (SPD), sogar die Leitung einer Arbeitsgruppe übernommen, die das Anliegen der Kalkrieser in die richtigen Bahnen lenken will. Negel gehört zu denen, die in dieser AG sehr genau wissen, wie die Wünsche der Bürger östlich der Landesstraße zwischen Windpark, Alt Barenaue, der B218 und dem Varusschlachtgelände aussehen. „Wir müssen abklären, ob und wie man es bedarfsgerecht hinbekommen kann“, sagt der Grünen-Politiker.

Negel denkt dabei nicht an die ganz, ganz großen Lösungen. Nicht an die Taube auf dem Dach, eher an den soliden Spatz in der Hand. An Rufbusse oder Ruftaxen. An ein sogenanntes Bürgerbussystem wie in Badbergen vielleicht. „Es geht darum, dass wir uns Gedanken machen, was am ehesten realisierbar ist“, mahnt er Augenmaß an. Im Ortsrat hatte er unlängst davon gesprochen, „die Situation auf mittlere Sicht zu verbessern“.

Am 13. Juni wird sich der ÖPNV-Arbeitskreis wieder beim Bürgermeister treffen. Vertreter der Stadtwerke Bramsche, der Verkehrsgesellschaft Planos (Osnabrück) oder des örtlichen Busunternehmens Beckermann werden als sachkundige Gesprächspartner ebenfalls zu den AG-Tagungen geladen. „Ich wohne seit 1999 in Kalkriese“, sagt Martin Negel, „und es gab früher viele Leerfahrten der Busse im Ort. Vereinzelt saßen Gruppen darin.“ Eine Zählung der Fahrgäste habe schließlich ergeben , dass der Kostenaufwand für die Stadt sehr hoch war. Folglich wurde das Busangebot stark reduziert. Negel fand aber auch diese Situation nicht wirklich befriedigend. „ Da habe ich mir gedacht, es müsste doch etwas über den Ortsrat anzuschieben sein “, erklärt er. Ein für alle Beteiligten bezahlbarer und verantwortbarer Mittelweg.

An diesem wird inzwischen gearbeitet. Am Bedarf orientiert. Negel hofft dabei „auf Flexibilität auf allen Seiten“. Das könne beispielsweise bis zu saisonalen Verlagerungen von einzelnen Bushaltestellen gehen, verdeutlicht der Pädagoge. Ruhig, aber fokussiert trägt er seine Überlegungen und Vorschläge vor. Nachlassen will er nicht.