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„Orgelsommer“ in St. Martin Bramscher Janke-Orgel mit Füßen gestreichelt

Von Björn Dieckmann | 26.06.2013, 16:46 Uhr

Fröhlich, bes(ch)wingt und einem leichten Programm startet am Samstag, 29. Juni, um 18 Uhr der „Orgelsommer“ in St. Martin in die neue Spielzeit. „Das erste Konzert richtet sich auch an diejenigen, die sich nicht so für hochgeistige Bachfugen interessieren“, sagt Kantorin Eva Gronemann.

„Heitere Musik für die Königin der Instrumente aus alter und neuer Zeit“ – so ist das Konzert am Samstag überschrieben, dem fünf weitere folgen werden. Nach dem Auftakt mit „Pasticcio“ von Jean Langlais und dem „Bethler Tanz“ aus einem „Wiener Tanzbüchel“, das um 1600 verfasst wurde, folgen mit „Vier Stücke für Flöten- und Harfenuhren“ sowie „Vier Stücke für eine Trompetenuhr“ durchaus kuriose Werke für das Spiel an der Orgel – Letzteres übrigens verfasst von einem gewissen Wolfgang Amadeus „Plagiavsky“ Mozart. Was es mit diesem Namen auf sich hat, werden Eva und Peter Gronemann, die dieses erste Orgelsommer-Konzert gestalten, in Zwischenmoderationen den Zuhörern erläutern.

Aufgebaut sein wird in der Kirche am Samstag auch eine Leinwand. Zu sehen gibt es dort – die Gronemann’schen Füße: „Wir werden einen Walzer für Orgelpedal zu vier Füßen von Johann Strauss spielen“, erklärt Eva Gronemann , dass bei diesem Werk die sonst für das Orgelspiel üblichen Finger überhaupt nicht zum Einsatz kommen. Um den Besuchern zu demonstrieren, wie dieses Stück genau gespielt wird, habe sie eine Kamera in die Orgel eingebaut. „Es ist übrigens ganz schön anstrengend und erfordert eine große Konzentration im Zusammenspiel mit dem Partner“, blickt Gronemann diesem Vortrag gespannt entgegen.

Nach einem laut der Kantorin „jazzigen Abschluss“ dieses Konzerts, bei dem unter anderem das bekannte „Danke“-Lied in einer ungewöhnlichen Version gespielt wird, folgen jeweils samstags um 18 Uhr bis zum Ende der Ferien fünf Konzerte in der Reihe „Orgelsommer“, die zum 14. Mal stattfindet: „Festliches für Trompete und Orgel“ am 6. Juli, „Bach und Co. – Musik für Gambe und Orgel“ am 13. Juli, „Alt trifft Neu – Werke von Bach, Gárdonyi u. a.“ am 20. Juli, „Verzweigungen – Mendelssohn Bartholdy und Moderne“ am 27. Juli und zum Abschluss „Barock pur“ – Bach, Buxtehude, Walther, Böhm“.

Die Musiker, die Eva Gronemann engagiert hat, reisen aus ganz Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen an. „Viele spielen sehr gerne auf unserer Janke-Orgel “, freut sich Gronemann. Um die Kosten zu decken, wird nach den Konzerten am Ausgang um eine Kollekte gebeten.