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Niedrigschwelliges Angebot Bramsche: Gruppe für Angehörige von psychisch Kranken

Von Hildegard Wekenborg-Placke | 13.09.2017, 12:29 Uhr

Die Heilpädagogische Hilfe Bersenbrück (HpH) bietet in Zusammenarbeit mit dem Sozialraum Bramsche ab Oktober 2017 eine neue Selbsthilfegruppe für Angehörige von Menschen mit einer psychischen Erkrankung an.

Nachdem wir im Jahr 2015 eine Selbsthilfegruppe für Menschen mit psychischen Erkrankungen eingerichtet haben, hat sich sehr schnell der Bedarf bei den Angehörigen herausgestellt“, sagt Janine Hörnschemeyer von der HpH-Beratungsstelle. „Wir haben uns dann gleich entschlossen, das Thema im Blick zu behalten“. Gemeinsam mit ihrer HpH-Kollegin Silke Tiltmann-große Sextro, die in der Koordination der HpH-Aktivitäten im Sozialraum Bramsche tätig ist, nahm sie Kontakt auf mit dem Büro für Selbsthilfe und Ehrenamt in Stadt und Landkreis Osnabrück. Ergebnis der Gespräche: Gerade im nördlichen Landkreis fehlen entsprechende Angebote. Für die Erkrankten selbst gibt es mittlerweile diverse Angebote wie das Begegnungscafé in den Niels-Stensen-Kliniken oder die Tagesstätte am Brückenort. 

Hörnschemeyer und Tiltmann-große Sextro werden die neue Gruppe in der Anfangsphase und eventuell auch länger fachlich begleiten, nachdem erste Vorstöße zur Gruppengründung daran scheiterten, dass sich die Angesprochenen die Leitung einer solchen Runde (noch) nicht zutrauten. „Die Krankheiten bringen es mit sich, dass die Angehörigen meist außen vor bleiben“, erklärt Hörnschemeyer. Zu schwer sei es oft für Nicht-Kranke, sich in das Innenleben eines Erkranklten hineinzuversetzen. „Suizidalität oder die mit einer schweren Depression verbundene völlige Antriebslosigkeit sind oft nur schwer auszuhalten“, so Hörneschmeyer weiter. Im Laufe der Zeit schotteten die Angehörigen sich zunehmend ab, Schuldgefühle, finanzielle Sorgen, Isolation und fehlendes Verständnis der Umwelt machten ihnen das Leben schwer.

Niedrigschwelliges Angebot“

„Wir wollen hier bewusst ein ganz niedrigschwelliges Angebot machen“, ergänzt Silke Tiltmann-gr.Sextro. „Angehörige, die zu der Selbsthilfegruppe kommen, sehen, dass sie mit ihren Sorgen und Problemen nicht allein sind. Für sie alle wollen wir hier einen geschützten Raum schaffen, in dem sie sich austauschen können“, versichert sie. Ganz wichtig sei, sagt Hörnschemeyer, dass im Raum bleibe, was immer gesagt werde, bleibe im Raum. Teilnehmer und Gruppenleitung seien zu strikter Verschwiegenheit verpflichtet. Weitere Inhalte der Treffen könne unter anderem sein, die eigenen Grenzen als Angehörige zu erkennen. Es könnten Unterstützungsmöglichkeiten vermittelt oder über verschiedene Krankheitsbilder aufgeklärt werden. „Wir könnten uns auch vorstellen, Experten für Vorträge einzuladen“, sagen die beiden Fachfrauen.

Das erste Gruppentreffen findet am 24. Oktober von 18 bis 19.30 Uhr im Bramscher Bahnhof statt. Weitere Treffen sind an jedem ersten Dienstag im Monat geplant ebenfalls von 18 bis 19.30 Uhr. „Wir möchten Angehörige aus der gesamten Region ansprechen, nicht nur aus Bramsche“, versichert Tiltmann-große Sextro. Die gute Erreichbarkeit auch ohne PKW könne vielleicht auch Menschen motivieren, die sich nicht so gern einer Gruppe im eigenen Wohnort anschließen möchten, meint sie.

Aus Gründen der Planbarkeit wird um Anmeldung gebeten an Silke Tiltmann-große Sextro, Tel: 0160-93231419, per Mail an Tiltmann-gr.sextro @hph-bsb.de oder an Janine Hörnschemeyer, Tel: 05439-6029888 , Mail: jhoernschemeye@hph.de