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Muttersprache Plattdeutsch Mexikanische Austauschlehrerin in Achmer

Von Hildegard Wekenborg-Placke | 25.11.2016, 11:01 Uhr

Der Name klingt deutsch, aber Leana Peters ist Mexikanerin, aus der 800 000-Einwohner-Stadt Chihuahua im Norden des mittelamerikanischen Landes, und sie hospitiert zur Zeit an der Bühner-Bach-Schule in

 Seit Jahren bietet der Pädagogische Austauschdienst für Deutschkräfte aus Afrika, Asien, Lateinamerika und Osteuropa interessierten Pädagogen die Möglichkeit, für drei Wochen in deutschen Schulen zu hospitieren und zu schauen, wie in anderen Ländern unterrichtet wird. Die „Escuela particular Alvaro Obregon“ in Chihuahua nimmt regelmäßig in diesem Programm teil und Leana Peters nutzte die Gelegenheit gern. An der Schule, an der Kinder und Jugendliche bis zum Alter von 15 Jahren unterrichtet werden, bringt sie Zweit- und Drittklässlern Deutsch und Mathematik bei, erzählt sie in akzentfreiem Deutsch.

Zuhause Plattdeutsch

Die junge Lehrerin erläutert. „Deutsch ist für die Kinder an unserer Schule quasi die erste Fremdsprache. Dann kommt Spanisch.“ Der Sprachunterricht nimmt schon im Primarbereich großen Raum ein. Leana Peters erklärt, warum das so ist: „In der Region Chihuahua leben sehr viele Menschen, deren Wurzeln in Deutschland oder den Niederlanden liegen“. Auch wenn Eltern und Großeltern schon in Mexiko geboren seien, werde zuhause oft Plattdeutsch gesprochen. Auch in der Familie Peters war das so. Die Vorfahren kamen ursprünglich aus Deutschland und den Niederlanden, Stationen in Russland und Kanada sind in der Familiengeschichte vermerkt. Aber das Plattdeutsche als Umgangssprache blieb.

Spannende Zeit

„Wenn ich schon Deutsch unterrichte, möchte ich das auch ganz richtig machen“, fährt Peters fort. Auch für den Schulalltag könne sie etliche Ideen mitnehmen, zum Beispiel wesentlich mehr Spiele in den Unterricht einzubauen. Meist hat sie dem Achmeraner Team während der Stunden über die Schulter geschaut oder hat eingegriffen, wenn einmal besondere Unterstützung nötig war. „Für unsere Kinder war die Zeit sehr spannend“, meint Schulleiterin Renate Settelmeyer. In jeder Klasse hat Leana Peters den Schülern ihr Heimatland, über die Sprache und die Bräuche mit einer Präsentation nahe gebracht.

Zum Abschluss Schloss Neuschwanstein

Während ihrer Hospitationszeit wohnte die junge Lehrerin bei ihrer „Austausch-Chefin“. An den Wochenenden standen Fahrten nach Osnabrück, Münster oder zum Klima- und zum Auswandererhaus nach Bremerhaven auf dem Programm, Peter besuchte ihre Kolleginnen und es wurde gemeinsam gekocht. Die Anreise nutzte sie, um einen Tag Station in Frankfurt zu machen, für die Rückreise stehen noch Köln, Triberg im Schwarzwald und Füssen und das Schloss Neuschwanstein auf dem Programm, bevor es dann von München aus wieder Richtung Mexiko geht.

„Eigentlich sind drei Wochen viel zu kurz“, sind sich Settelmeyer und Peters einig. „Wenn man die Kinder ein bisschen kennt, ist es schon vorbei. Mindestens vier Wochen wären besser. Aber dennoch war es sehr schön“, zieht die Austauschlehrerin Bilanz.