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Mittags zusammen essen und reden Neue Mensa für Realschule und Gymnasium in Bramsche

Von Hildegard Wekenborg-Placke | 05.09.2011, 14:57 Uhr

Mittags zusammen essen: Diese Möglichkeit haben jetzt die Schülerinnen und Schüler der Bramscher Realschule und des Greselius-Gymnasiums. Im Beisein von Vertretern der Stadt Bramsche und des Landkreises als Träger der beiden Schulen wurde am Montag die gemeinsame Mensa eröffnet. Im Rahmen des Ganztagsangebots können sich hier die Jugendlichen täglich von 12 bis 14.30 Uhr für Nachmittagsunterricht und -angebote stärken.

„Es ist alles sehr schön geworden“, lobte Realschulleiterin Sabine Siebert während einer kleinen Feierstunde die Mensa, die in rund eineinhalbjähriger Bauzeit und mit einem Gesamtkostenaufwand von rund 1,2 Millionen Euro fertiggestellt wurde. An den Kosten beteiligen sich beide Träger jeweils in etwa zur Hälfte.

Schüler und Lehrer der Realschule hatten es in der Zwischenzeit nicht gerade leicht. Presslufthammer und Bohrer machten die Verständigung im Unterricht manchmal etwas schwierig, erinnerte sich Siebert. Die neue Mensa ist nämlich nicht etwa ein Anbau, sondern wurde durch Umstrukturierungen in den Räumen der Realschule geschaffen. Lehrerzimmer und Verwaltung wechselten den Standort. Wo sich früher in den Pausen die Pädagogen trafen, entstand nach den Plänen des Osnabrücker Architekturbüros Hüdepohl und Ferner der lichtdurchflutete Essbereich, der einen freien Ausblick zum Gymnasium und auf die neu angelegten Grünanlagen bietet. Hier ermöglichen eine Finnenbahn und ein Feld für Beach-Sportarten zusätzliche Sportangebote.

Auf rund 400 Quadratmetern bietet die neue Mensa Sitzplätze für rund 200 hungrige Schüler, Lehrer und Mitarbeiter. Nach einer Anlaufzeit von zwei Wochen geben Küchenleiter Carsten Burmeister und sein Team von der Gemeinnützigen Initiative Jugendarbeitslosigkeit (GIJA) aus Fürstenau inzwischen bereits täglich 100 bis 140 Essen aus. Die Kosten für die zum großen Teil vor Ort frisch gekochten Gerichte betragen für Schüler 2,80 Euro und für Gäste vier Euro.

Siebert sprach in ihrem Grußwort besonders die soziale Funktion eines gemeinsamen Essens an. „Man redet, man isst, man kommt ins Gespräch“, stellte die Schulleiterin fest. Die neue Mensa solle ein Treffpunkt werden, wo auch die Lehrer beider Schulen noch besser zusammenfinden könnten.

Eine bessere Zusammenarbeit zwischen beiden Schulen stellte auch Schulleiter Klaus-Jürgen Bock vom Greselius-Gymnasium fest, der sich darüber hinaus „dankbar, froh und glücklich“ über die neue Einrichtung zeigte. „Beim Mittagessen kommt man auf kurzem Weg ins Gespräch“, so Bock.

Kreisrat Matthias Selle zitierte in seinem Grußwort John F. Kennedy, der einmal gesagt hat: „Es gibt nur eins, was teurer ist als Bildung: keine Bildung.“ Vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Veränderungen, der wachsenden Anzahl Alleinerziehender und der Tatsache, dass in immer mehr Familien beide Eltern berufstätig seien, nannte er Ausgaben wie die für die neue Mensa „gut investiertes Geld“. Für den Bau der Mensa bekommen sowohl Stadt wie Landkreis Zuwendungen im Rahmen des Konjunkturprogramms II. Auch die zukünftigen Kosten werden geteilt“, sagte Selle.

Auch Bramsches Bürgermeisterin Liesel Höltermann unterstrich die zunehmende Notwendigkeit, Schülerinnen und Schülern ein Angebot an Bildung und Betreuung, der kreativen und auch der sportlichen Beschäftigung über den Vormittag hinaus bereitzustellen. Die Stadt sehe sich hierbei in der Pflicht, sagte Höltermann und verwies darauf, dass in diesem Schuljahr neben der Realschule gleich zwei Grundschulen Ganztagsschulen geworden seien. „Es wäre schön, wenn das Land Niedersachsen die Ganztagsschulen nicht nur durch die Weitergabe von Bundesmitteln für Investitionen unterstützt hätte, sondern auch für eine ausreichende Unterstützung der Schulen mit Lehrerstunden sorgen würde“, ergänzte Höltermann mit kritischem Blick nach Hannover.

Wie seine Vorredner lobte auch Werner Hüdepohl vom Architekturbüro Hüdepohl und Ferner die reibungslose Zusammenarbeit aller an der Baumaßnahme Beteiligter. Die Transparenz und die kurzen Wege würden sicherlich das Zusammenwachsen der Schulen fördern. Hüdepohl unterstrich besonders, dass durch den Umbau und die damit verbundene energetische Sanierung eine mehr als 50-prozentige Energieeinsparung erreicht worden sei.

Im Anschluss an die Festreden und die musikalischen Darbietungen der Bläsergruppe der Realschule und des jungen Trompeters Jan Schepmann vom Greselius-Gymnasium konnten sich die Festgäste gleich davon überzeugen, dass Küchenchef Burmeister und sein Team gute Arbeit leisten. Ein reichhaltiges Buffet ließ keine kulinarischen Wünsche offen.