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Lebhafte Ortsratssitzung in Epe Erneute Debatte um Eisfall von Windrädern im Wittefeld

Von Marcus Alwes, Marcus Alwes | 02.02.2017, 19:08 Uhr

Nicht ganz unerwartet hat der jüngste Streit um Eisfall an den Windrädern in den Sektoren Ahrensfeld und Wittefeld auch noch einmal den Ortsrat Epe beschäftigt. Die unterschiedlichen Sichtweisen und Interessen prallten erneut aufeinander.

Einzelne Bürger trugen dabei noch einmal ihren Protest und ihre Ängste (unsere Redaktion berichtete) vor. Die Betreibergesellschaft der beiden Windparks wies durch ihren Geschäftsführer Jürgen Westerhaus dagegen die Vorwürfe mit dem Verweis auf „eine funktionierende Abschaltsensorik“ zurück.

Westerhaus machte deutlich, dass es das Ziel sei, bei Schnee und Frost „einen unkontrollierten Abwurf von Eis zu verhindern“. Deshalb würden die in der Spitze 200 Meter hohen Windräder bei bestimmten Wettersituationen auch automatisch angehalten. Deren Flügel würden sich also nicht mehr drehen – eine Darstellung, die während der Ortsratssitzung im Dorftreff mehrere Bürger aus Epe und Malgarten in ihren Wortbeiträgen anzweifelten .

Der Geschäftsführer der Betreibergesellschaft erläuterte, dass jedoch zwischen Eiswurf (von sich drehenden Windrädern) und sogenanntem Eisfall (das sich zuvor an stehenden Flügeln durchaus bilden könne) unterschieden werden müsse. „Genau aus diesem Grunde sind in den Parks die Warnschilder aufgestellt worden, die darauf extra hinweisen“, so Westerhaus. Er appellierte an die Bürger, „bei solchen Wetterverhältnissen eben einen großen Bogen um die Windräder zu machen“. Dann könne auch nichts passieren.

Technische Protokolle gingen zum Landkreis

Auf Nachfrage unserer Redaktion bestätigte der Landkreis Osnabrück als Genehmigungsbehörde der Windparks, dass ihm die entsprechenden technischen Protokolle jener Tage aus Epe und Malgarten inzwischen zugegangen seien. „Wir haben sie extra angefordert. Eine Abschaltautomatik ist demnach eingebaut, und sie hat ganz offenbar gegriffen“, so Kreisrat Winfried Wilkens.

Auch er unterstrich, dass bei Dauerfrost dennoch ein Restrisiko bestehe: „Das gilt allerdings ebenso für jede Dachrinne oder jeden Kirchturm, von denen Schnee oder Eis herunterfallen können.“ Auch Wilkens verwies auf die warnenden Hinweisschilder in den Windparks , deren Aufstellung vorgeschrieben sei.

Sollte es dennoch Probleme geben, könnten sich betroffene Bürger („bitte zeitsehr nah, damit es nachvollziehbar und kontrollierbar ist“) an die Bauabteilung der Kreisverwaltung wenden, sagte der Kreisrat. Eine Aufforderung, die auch Jürgen Westerhaus für die Betreibergesellschaft („bitte sofort und direkt an uns, damit wir uns kümmern können“) in ähnlicher Form während der Ortsratssitzung gemacht hatte.

Der neue Eper Ortsbürgermeister Volker Stuckenberg forderte unterdessen alle beteiligten „Parteien“ auf, in Windparkfragen miteinander im Dialog zu bleiben: „Wir müssen reden und uns immer wieder austauschen.“