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LAB nennt aktuelle Zahl Derzeit 3890 Flüchtlinge in Hesepe untergebracht

Von Björn Dieckmann | 15.10.2015, 15:41 Uhr

Auf dem Gelände der Flüchtlingsunterkunft im Bramscher Ortsteil Hesepe sind derzeit 3890 Menschen untergebracht. Diese Zahl nannte ein Sprecher der Landesaufnahmebehörde (LAB) Niedersachsen am Donnerstag auf Anfrage unserer Redaktion.

Am Montagabend hatte Bramsches Bürgermeister Heiner Pahlmann in einer Ortsrats-Sitzung in Hesepe berichtet, es seien 3500 Menschen in der Erstaufnahme-Einrichtung für Asylbewerber untergebracht. Diese Angabe wurde vom Publikum ungläubig aufgenommen: Es müssten viel mehr sein, darin waren sich die rund 100 Heseper weitgehend einig. Noch zuletzt kursierten Vermutungen, in der Einrichtung seien 5000, wenn nicht sogar 6000 Personen untergebracht.

Die von Pahlmann genannte Größenordnung trifft jedoch zu: Stand Mittwoch – eine tagesaktuelle Zahl lag am Donnerstagmittag noch nicht vor – seien 3370 Asylbewerber in der Erstaufnahme-Einrichtung der LAB untergebracht, weitere 570 in der „Zeltstadt“ auf dem Gelände im Rehhagen. Dies erklärte nun auf Anfrage unserer Redaktion der Sprecher der Landesaufnahmebehörde, Stefan Pankratowitz. Zur Erklärung: Die „Zeltstadt“ auf dem Sportplatz der einstigen Kaserne ist organisatorisch nicht der Erstaufnahme-Einrichtung der LAB zugeordnet, sondern gilt als Notunterkunft des Landes Niedersachsen. Betreut wird sie dementsprechend nicht von der LAB, sondern von den Johannitern .

Registrierung neu geordnet

Nach Angaben von Sprecher Pankratowitz ist mittlerweile auch die Registrierung der neu ankommenden Flüchtlinge erheblich beschleunigt worden: „Wer bis in die Nacht ankommt, wird am nächsten Tag registriert“, so Pankratowitz. Niedersachsenweit sei diese statistische Erfassung „grundlegend überarbeitet und vereinheitlicht“ worden. Ein Zuwachs an Mitarbeitern tue sein Übriges. „Wir sind nunmehr wieder in der Lage, zuverlässig Daten nennen zu können.

Rund 970 Flüchtlinge in Zelten

Derzeit sind insgesamt rund 970 Asylbewerber in Hesepe in Zelten untergebracht: Dies sind, so Pankratowitz,rund 600 im Bereich der Erstaufnahme-Einrichtung. „Diese Zelte sind beheizt, verfügen über einen Boden und doppelte Wände. Sie sind winterfest“, betont Pankratowitz. Die Zelte in der Notunterkunft hingegen, in denen 371 Asylbewerber untergebracht sind, könnten derzeit nur behelfsmäßig beheizt werden. „Da hat es leider etwas Schwierigkeiten gegeben“ , räumt Pankratowitz ein. Bestellt seien als Ersatz bereits ein großes, winterfestes Zelt und zusätzliche Container. „Wir rechnen damit, dass diese in den nächsten zwei Wochen ankommen“, so der LAB-Sprecher.

An der Zelt-Unterbringung von Flüchtlingen in Hesepe wurde derweil erneut Kritik laut: Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur dpa seien die Zelte zwar mit Blick auf den Winter mit Holzfußböden ausgestattet und die ersten auch mit Heizungen ausgerüstet worden, hielten aber dem Dauerregen nicht stand, sagte am Donnerstag eine Mitarbeiterin der Caritas gegenüber dpa.

Obwohl die Belegungszahlen zumindest in Hesepe diesen Angaben zufolge zurückgegangen sind, hatte der niedersächsische Innenminister Boris Pistorius (SPD) am Mittwoch die Kommunen zur Amtshilfe bei der sofortigen Unterbringung der Menschen verpflichtet . Da die Kapazitäten in den Liegenschaften des Landes erschöpft seien, müssen ab Freitag insgesamt 20 Kreise und kreisfreie Städte pro Tag 1000 Flüchtlinge aufnehmen. Der Landkreis Osnabrück ist von dieser Regelung zunächst nicht betroffen.