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LAB kaum betroffen Hesepe: BAMF-Pläne ohne große Folgen für Flüchtlings-Camp

Von Björn Dieckmann | 19.06.2016, 21:13 Uhr

Die Einrichtung eines „Ankunftszentrums“ durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) in Bramsche-Hesepe wird keine gravierenden Auswirkungen auf die Asylbewerber-Unterkunft haben. Dies geht aus der Antwort des Innenministeriums auf eine Anfrage unserer Redaktion hervor.

Das Innenministerium hatte in der vergangenen Woche angekündigt, in Hesepe ähnlich wie bislang nur in Bad Fallingbostel werde ein BAMF-Ankunftszentrum eingerichtet. Dort und künftig in Bramsche bleiben Asylsuchende einige Tage, um ihren Antrag stellen zu können und angehört zu werden. Danach werden sie auf niedersächsische Erstaufnahmestandorte verteilt. In den laut BAMF „einfachen positiven sowie negativen Fällen“ erhalten die Asylsuchenden vor Ort auch ihren Bescheid. Schwierigere Fälle dauern beim BAMF länger, daher werden die Menschen dann auf die Kommunen verteilt. (Weiterlesen: Flüchtlingsunterkunft Bramsche wird Ankunftszentrum )

Das Landesinnenministerium betonte nun auf Nachfrage, dass die Heseper Erstaufnahme-Einrichtung (EAE) auch zukünftig „im Kern als normale EAE“ bestehen bleibe. Es sei nicht so, dass die neuankommenden Flüchtlinge nach dem Durchlaufen des Ankunftszentrums alle in die übrigen Erstaufnahme-Standorte Braunschweig, Friedland, Oldenburg und Osnabrück verwiesen werden, sondern ein Teil werde auch in Hesepe verbleiben. Außerdem würden auch nicht alle neuankommenden Flüchtliche zwangsläufig nur wenige Tage in Hesepe bleiben, sondern auch länger. „Für den in Hesepe verbleibenden Teil der Personen ist der Einsatz ehrenamtlicher Kräfte wie bisher auch möglich und wichtig“, teilt das Innenministerium deshalb mit, nachdem sich Flüchtlingshilfevereine- und verbände nach der ersten Ankündigung bereits gefragt hatten, wie sie die LAB-Bewohner künftig bei nur noch wenigen Tagen Aufenthaltsdauer betreuen könnten. Derzeit liegt die Verweildauer der Flüchtlinge in der gesamten LAB Niedersachsen im Durchschnitt bei neun Wochen.

Der LAB-Standort Hesepe hat derzeit eine Kapazität von 1450 Plätzen – ohne vier Zelte, die nach wie vor aufgebaut sind „als Notreserve, sollten die Zugangszahlen wie im vergangenen Jahr wieder spontan ansteigen “, heißt es aus dem Innenministerium. Diese Belegungskapazität werde sich durch das neue Ankunftszentrum voraussichtlich nicht verändern. Tatsächlich untergebracht sind in Hesepe im Moment allerdings nur 200 bis 250 Asylbewerber und Flüchtlinge. (Weiterlesen: Aktuelle Lage in Flüchtlingsunterkunft Hesepe )