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Kooperation mit der HpH Neues Begegnungscafé im Bramscher Krankenhaus

Von Hildegard Wekenborg-Placke | 12.10.2016, 16:37 Uhr

Niels-Stensen-Kliniken und Heilpädagogische Hilfe bauen ihre Zusammenarbeit im Bereich der Betreuung psychisch kranker Menschen aus. Am Donnerstag, 13. Oktober, um 16 Uhr öffnet erstmals das Kontakt- und Begegnungscafé im Café des Bramscher Krankenhauses.

Jeweils dienstags und donnerstags von 16 bis 18 Uhr und 14-tägig samstags von 14.30 bis 17.30 Uhr finden Betroffene hier eine niedrigschwellige Anlaufstelle vorfinden, wo sie Kontakte knüpfen und mit Anderen ins Gespräch kommen können. Offen ist dieser Treff aber auch für Angehörige oder Menschen, die sich allgemein für die Thematik interessieren. Gemeinsame kleinere Aktionen sollen den Alltag auflockern, günstige Getränke und ein kleines Kuchenangebot stehen für die Besucher bereit. Getragen wird das Café von ehrenamtlichen Helfern, die auch für Gespräche zur Verfügung stehen.

„Drehtüreffekt abfedern“

„Die Heilpädagogische Hilfe plant derzeit ein umfangreiches Angebot für Menschen mit psychischen Erkrankungen in Bramsche“, erläuterte HpH-Geschäftsführer Guido Uhl am Mittwoch bei der Vorstellung des Projekts. Neben dem Café sei für November die Eröffnung einer Tagesstätte für Menschen mit psychischen Erkrankungen in Bramsche geplant. „Die Partnerschaft mit der Fachabteilung Psychiatrie der Niels-Stensen-Kliniken, die die medizinische Versorgung der Menschen übernimmt, liegt also praktisch auf der Hand. Durch unsere enge Zusammenarbeit erhalten die Menschen, die sich Unterstützung wünschen, ein in sich stimmiges Angebot, das vor allem eines bietet: Transparenz und Perspektiven“, betonte Uhl. Er hoffe, dass Begegnungscafé wie Tagesstätte als wohnortnahe Angebote dazu beitragen könnten, fließende Übergänge zwischen stationärer und ambulanter Versorgung zu schaffen und so den gefürchteten „Drehtüreffekt“ in der Psychiatrie abzufedern.

„Lebenssituation im Alltag verbessern“

Der Geschäftsführer des Niels-Stensen-Klinikverbundes, Werner Lullmann, unterstrich: „Uns ist wichtig, dass unsere Patienten auch nach dem stationären Aufenthalt optimal versorgt und betreut werden und nicht in ein Loch fallen“. Der Krankenhausträger freue sich, „dass wir mit dem Kontakt- und Begegnungscafé ein weiteres Angebot vor Ort haben, um die Lebenssituation psychisch kranker Menschen im Alltag zu verbessern.

„Verlässliches Angebot enorm wichtig“

Eines der „Gesichter“ des Cafés wird Florian Schumacher sein, der bereits die Selbsthilfegruppe für Menschen für psychischen Erkrankungen mit aufgebaut hat. Schumacher ist selbst seit seinem 18 Lebensjahr betroffen, arbeitet an einem ausgelagerten Arbeitsplatz der HpH und hat inzwischen eine Ausbildung zum zertifizierten Genesungsbegleiter absolviert. Dabei lernen Psychiatrie- Erfahrene auf der Basis ihrer eigenen Geschichte, anderen Betroffenen zu helfen. „Ich bin froh, dass hier so etwas eingerichtet wird“, so Schumacher, „weil ich weiß, wie schwer es für Menschen mit seelischen Erkrankungen ist, Kontakte zu knüpfen und zu erhalten. Es gibt in der Bevölkerung noch sehr viel Berührungsängste“. Schumacher ergänzte: „Gerade für psychisch kranke Menschen sind Vertrauen und ein sicheres, verlässliches Angebot enorm wichtig.“

Bemühen um Ehrenamtliche

Zumindest in der Startphase wird auch Projektkoordinatorin Silke Tiltmann-große Sextro von der HpH zu den Öffnungszeiten vor Ort sein, die sich gleichzeitig um weitere Ehrenamtliche bemüht, die das Café unterstützen möchten. Erste Gespräche unter anderem mit de m Krankenhaus-Besuchsdienst haben bereits stattgefunden. „Hier könnten sich sicherlich auch Menschen angesprochen fühlen, die bereits einmal selbst eine Krisensituation durchlebt haben“, könnte sie sich vorstellen. Um das Angebot unter den Betroffenen bekannt zu machen, hat sie bereits im Krankenhaus selbst Gespräche geführt, aber auch Hausärzte oder Vertreter der Kirchen würde sie gern mit ins Boot nehmen. Und sie ergänzt: „Jeder ist eingeladen, mit zu machen oder einfach einmal vorbeizukommen.“