Ein Artikel der Redaktion

Konzert im „Universum“ Bramsche: „An Rinn“ in heimeliger Stimmung

Von Holger Schulze | 03.12.2015, 18:37 Uhr

Es gehört zu den guten Traditionen im Jahreslauf, dass im Dezember die Folkband An Rinn im Bramscher „Universum“ aufspielt.

Am Mittwochabend war es wieder einmal soweit: Brian McSheffrey, Martin Czech, Helmut Henke-Thiede, Matthias Malcher und Anke Morhaus erfreuten erneut ihr Publikum mit ihrer speziellen Musik. Mit ruhigen Balladen und einem rein vokal vorgetragenen Shanty stimmte die Band im so gut wie ausverkauften Kino ihr Publikum auf den Abend ein.

Das gewohnt üppige Aufgebot an unterschiedlichen Instrumenten ließ es in bekannter Manier weitergehen. Der Schwerpunkt des Konzertes selbst lag diesmal auf langsameren, besinnlicheren Stücken, „passend zur Adventszeit“, wie es McSheffrey in einem Pausengespräch formulierte. Es reihten sich Songs wie Sounds aneinander, die der Fangemeinde rasch das Gefühl vermittelten, auch im 22. Jahr des Bestehens der Band in deren Musik Zuhause zu sein.

Ein Gast im Schottenrock

Fionn Ruadh im Schottenrock als Gast an der Harfe und eine größer gewordene Anzahl der von Anke Morhaus gesungenen Stücke zählten zu den Neuerungen des Konzertabends, die dezent das vertraute Bild erweiterten. Vermisst werden musste allerdings Alexander Maßbaum,der sich in der Reha auf dem Weg der Besserung befindet, dessen Akkordeon jedoch besonders für schnelle Instrumentalstücke unentbehrlich ist.

Eine heimelige Stimmung breitete sich somit im ersten Teil des Konzertes aus. Lebhafter wurde es kurzzeitig, als Brian McSheffrey die Geschichte des nächsten Songs auspackte. Darin ging es um einen Straßenräuber, der letztlich durch den Verrat seiner Frau erstens sein Leben und zweitens das ganze Geld loswurde. Hier kam Geschwindigkeit in das Bühnengeschehen und Brian McSheffrey mit seiner knorrigen Leadsängerstimme auf Touren. Doch schon der nächste Song nahm wieder die Rhythmusdynamik und den Speed zurück, es wurde erneut beschaulicher. Mit dem „traurigsten Instrumental“, so die Ansage, ging es schließlich in die Pause.

Dynamik nach der Pause

Offensichtlich gut erholt kam die Band danach in den zweiten Konzertabschnitt zurück und zeigte jetzt die andere Seite ihres vielseitigen Spektrums. An Rinn kann einfach von jetzt auf gleich in der Dynamik nach Belieben wechseln. Hellwach, eingespielt und mit deutlich erhöhtem Schwung startete die zweite Halbzeit. Die hiernach besungenen grünen Weiten von Irland und das folgende Instrumental fügten sich dann wieder in den unaufgeregten Gesamtstil der Programmauswahl ein.

Zurücklegen und die Augen schließen, so lautete McSheffreys Empfehlung vor einem folgenden Titel. Dieser „Song for Ireland“, so McSheffrey, erhalte seine besondere Schönheit, dass er von Anke Morhaus gesungen wird. Und in der Tat kam hier die warme Stimme der Sängerin besonders angenehm zur Geltung, Das Publikum dankte es ihr an dieser Stelle mit einem besonderen Szenebeifall. Nach einem Duett zwischen Harfe und dem „Hammered Dulcimer“ des Multi-Instrumentalisten Martin Czech wurde es wieder Zeit für den nächsten Shanty.

Einige Zugaben

Anschließend leitete Czech an der Geige durch einen Walzer im Dreivierteltakt in den finalen Konzertabschnitt über. Nochmals Anke Morhaus als Leadsängerin, gefolgt von einem Titel über bitterarme Bergarbeiter, und dann kam, was kommen musste. Ein langgezogenes „Ooooh“ aus dem Publikum kommentierte die Ankündigung der Band, mit einem letzten Shanty das Konzert beenden zu wollen. Der echte Abschied kam dann aber noch a-cappella hinterher. So dachten jedenfalls die Musiker. Doch das Publikum ließ sie erst nach zwei weiteren Zugaben von der Bühne gehen.