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Klimaneutrale Wärme Kirchengemeinde Engter heizt mit Holzhackschnitzeln

Von Hildegard Wekenborg-Placke | 18.12.2014, 19:32 Uhr

Evangelisches Gemeindehaus, Pfarrhaus und Kindergarten werden in Engter von einer modernen Holzhackschnitzelheizung mit molliger Wärme versorgt. Eine solche Heizung ist klimaneutral. Deshalb gab es bei der Vorstellung des Projektes auch viel Lob für die Vorreiterrolle der Kirchengemeinde in Sachen CO2-Reduzierung.

2007 hat die evangelische Landeskirche Hannovers beschlossen, den Ausstoß des sogenannten Treibhausgases in den nächsten zehn Jahren um 25 Prozent zu reduzieren. Engter habe sich als eine der ersten Kirchengemeinden bemüht, einen Beitrag zu diesem Ziel zu leisten, und das mit viel Umsicht und Professionalität, lobte Klimaschutzreferent Martin Schultze vom Haus der kirchlichen Dienste in Hannover. Dass Engter jetzt als „meines Wissens erste Kirchengemeinde in der Landeskirche“ eine solche umweltfreundliche Anlage in Betrieb nehme, sei ein gutes Beispiel für andere Gemeinden und ein Vorbild für eine breite Öffentlichkeit.

Ewald Bruning aus Evinghausen wies für den Kirchenvorstand auf die Verantwortung der Christen für die „Erhaltung von Gottes Schöpfung für die kommenden Generationen“ hin. „Mit unserem Projekt wollen wir versuchen, andere mitzunehmen auf dem Weg zu mehr Klimaschutz. Wir können nicht bis 2050 warten“, spielte er auf Szenarien der Vereinten Nationen zum Klimawandel an. „Wir müssen im Kleinen anfangen und unser Wissen in die Gesellschaft tragen.“

Bei der Brennstofflieferung setzen die Engteraner auf einen bewährten Kooperationspartner, der dazu noch aus dem Kirchspiel stammt. Rolf und Lars Bruning aus Evinghausen beliefern bereits die Johannes- und die Waldorfschule mit Holzhackschnitzeln. Verwendet wird dafür Holz, das sonst nicht zu vermarkten ist. Die Schnitzel werden in einem Nebengebäude des Gemeindehauses gelagert, das „früher Pastor Wasmuths Kuhstall“ war, wie sich Ewald Bruning erinnerte. Die Lagerkapazität sei so groß, „dass jetzt Winter werden kann. Wir werden nicht frieren.“

Das Projekt wurde von der Landeskirche im Rahmen der Aktion „Der grüne Hahn. Kirchliches Umweltmanagement“ mit 2500 Euro für Planungskosten unterstützt. Eine Holzhackschnitzelheizung ist klimaneutral, da sie nur so viel an Kohlendioxid an die Umwelt abgibt, wie die Bäume vorher über die Luft entnommen haben. Ewald Bruning regte als Alternative zum Holz den Anbau von Miscanthus („Elefantengras“) auf Kirchengrund an, das ohne Düngung rund 20 Jahre lang pro Hektar den Gegenwert von rund 6000 Litern Heizöl erbringt.