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Jessica Mack will Transparenz Verein Universum stellt neue Geschäftsführerin vor

Von Heiner Beinke | 02.07.2014, 19:23 Uhr

Als neue Geschäftsführerin des Vereins Universum ist Jessica Mack am Mittwoch offiziell vorgestellt worden. Mit der Leiterin der Meyerei ist sich der Verein „im Prinzip schnell einig gewesen“, sagte der Vorsitzende Andreas Luttmer-Bensmann.

Seit zwei Jahren arbeitet die 28-jährige Diplom-Sozialpädagogin in der Kinderbetreuung des Vereins. Damit sei sie mit dem Gefüge im Verein „Universum“ schon etwas vertraut, habe aber noch genügend Abstand, um Strukturen und Abläufe im Universum e.V. mit Distanz zu betrachten. „Wir sind noch in der Sondierungsphase“, beschrieb Luttmer-Bensmann die Situation nach dem Ausscheiden des bisherigen Geschäftsführers und Vereinsgründers Jan Rathjen . „Wir hatten ja noch nie einen anderen Geschäftsführer.“

Die Anfrage des Vorstands, ob sie sich die Geschäftsführung des Gesamtvereins zutraut, habe sie „schon überrascht“, gesteht Jessica Mack. „Das ist schon ein Kompliment“, findet die Westerkappelnerin, die sich gleichwohl Bedenkzeit ausgebeten hatte, bevor sie zugesagt hat. „Das habe ich ja nicht einfach so aus Spaß gemacht, das ist schon eine Herausforderung, aber auch eine persönliche Chance.“ Eine Erkrankung, ein langfristig geplanter Urlaub und andere Umstände führten dazu, dass erst jetzt der offizielle Startschuss in eine neue Ära des 25 Jahre alten Vereins fällt.

Was soll nun bleiben wie bisher, was soll sich ändern? „Eine spannende Frage“, findet Mack. Wichtig seien ihr klare Strukturen und Transparenz in möglichst allen Bereichen. Erhalten und gefördert werden soll auf alle Fälle „die Kreativität der Mitarbeiter. Da werde ich den Teufel tun und den Kollegen sagen, was sie tun und lassen sollen. Im Kinobereich zum Beispiel kenne ich mich gar nicht aus“, erläutert die neue Geschäftsführerin.

„Es wird keinen Wandel um 180 Grad geben, aber wir werden uns Schritt für Schritt die Bereiche angucken. Wir sind gut, aber wir können noch besser werden“, steckt Luttmer-Bensmann die Marschroute für die nächsten Wochen und Monate ab. Radikale Einschnitte stünden nicht an: „Es wird nicht so etwas geben wie die Kinderkunstschule“, die nach Auslaufen der Zuschüsse geschlossen werden musste.

Es sei aber „schon länger klar“, dass es bei den Strukturen der Vereinsarbeit Überprüfungsbedarf gebe. Das habe auch damit zu tun, dass die Stelle von Jan Rathjen sich aus vielen verschiedenen Einzelpositionen zusammengesetzt hatte und so „oft nicht ganz klar war, in welcher Rolle er jetzt unterwegs ist“, sagte Luttmer-Bensmann. Das sei bei Jessica Mack mit den Aufgabenfeldern Meyerei und Geschäftsführung nun anders.

In einem Punkt sind sich Vorsitzender und Geschäftsführerin vollkommen einig: Das Ehrenamt muss eine tragende Säule der Vereinsarbeit bleiben und künftig eher noch gestärkt werden. „Das Open-Air-Festival Rocko Pluton war ein gutes Beispiel dafür, wie so etwas funktionieren kann“, verweist Jessica Mack auf das fruchtbare Miteinander von ehrenamtlichen und hauptamtlichen MItarbeitern, wie es auch im Kinobereich von jeher prägend für die Arbeit sei. „Das ist unser Fundament. Wir müssen die guten Leute hier weiter motivieren mitzumachen“, sagt Andreas Luttmer-Bensmann. Denn „wir wollen weiter der Anbieter von Kultur in dieser Stadt bleiben“.