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Irritation um „Flüchtlingshilfe“ Spenden für Heseper Flüchtlinge: Wer ist zuständig?

Von Björn Dieckmann | 04.09.2015, 13:39 Uhr

Am Freitagnachmittag soll eine der größten Spenden überreicht werden, die es für die Flüchtlingsunterkunft in Hesepe je gegeben hat. Die Aktion der Initiative „Flüchtlingshilfe Hesepe“ ruft in Bramsche allerdings auch kritische Stimmen hervor, da sie nicht mit den eigentlich zuständigen Personen abgestimmt ist.

„Wir freuen uns natürlich darüber, wie groß die Spendenbereitschaft in den letzten Wochen geworden ist. “ Das betonen ausdrücklich der Leiter der Erstaufnahme-Einrichtung für Asylbewerber, Conrad Bramm, und die Mitarbeiterin der Diakonie in Bramsche, Nora Steinbrügge. Bramm sagt auch, dass der Verlauf der am Freitagnachmittag geplanten Aktion eng mit den Initiatorinnen abgestimmt sei und er allen Helfern „selbstverständlich den Zutritt zu unserer Einrichtung“ gestatte, auch wenn er selbst „leider kein Personal stellen könne, um die Aktion zu begleiten“.

Erstaunt waren Bramm und Steinbrügge allerdings zunächst darüber, dass eine der Initiatorinnen der „Flüchtlingshilfe Hesepe“, die Quakenbrückerin Anne Seggelmann, sich auf ihrer Facebook-Seite als eine Art Ehrenamtskoordinatorin für die Unterkunft ausgegeben hat. „Das ist definitiv nicht mit mir abgesprochen“, stellt Bramm klar. „Dafür ist und bleibt die Diakonie in Bramsche zuständig.“

Kein Platz für Kleiderreserven

Im Verlauf der Woche kam es, so teilt Seggelmann auf ihrer Facebook-Seite nun mit, zu einem Gespräch mit Nora Steinbrügge von der Diakonie, in dem die anfänglichen Kommunikationsschwierigkeiten ausgeräumt wurden. Steinbrügge betreut die Kleiderkammer auf dem Gelände der Landesaufnahmebehörde (LAB) in Hesepe und koordiniert ein Team von Ehrenamtlichen. „Etwas unglücklich“ findet Steinbrügge es, dass die Initiatorinnen der „Flüchtlingshilfe Hesepe“ deren Spenden-Aktion nicht von Beginn an mit der Diakonie abgestimmt haben. „Wir von der Kleiderkammer sind am Freitagnachmittag gar nicht vor Ort. Wenn wir von der Aktion eher erfahren hätten, dann hätten wir das ja auch noch unterstützen können“, sagt Steinbrügge. Und mögliche Restbestände hätte man in das Lager der Kleiderkammer bringen können.

Allerdings: Platz für Reserven ist kaum vorhanden. „Es wird fast jeder Quadratmeter dafür benötigt, um die Menschen unterzubringen“, so Steinbrügge. Für weitere Spenden-Aktionen wünscht sie sich deshalb ebenso wie Conrad Bramm, dass gewisse Regeln eingehalten werden. „Es soll und es wird auch weiterhin möglich sein, kleinere Spenden direkt am Eingang bei uns abzugeben“, sagt Bramm. Es solle aber jedem klar sein, „dass er vielleicht auch mal etwas warten muss“, so Bramm weiter. Die Mitarbeiter an der Pforte seien sehr stark ausgelastet. „Und die Annahme von Spenden gehört nicht zu den Hauptaufgaben des Personals“, bittet Bramm um Verständnis.

Termine für größere Sach-Spenden besprechen

Bei größeren Sach-Spenden sei es erforderlich, die Diakonie zu kontaktieren, erklärt Steinbrügge: „Dann kann man einen Termin besprechen, wann die Sachen gebracht werden können“. Dies könne einige Tage dauern: „Wie gesagt, wir haben kaum Stauraum. Aber einen hohen Durchlauf angesichts der vielen Menschen, die im Moment in der LAB untergebracht sind. Mit einer engen Absprache ist es uns möglich, passgenau reagieren zu können.“

Benötigt wird derzeit insbesondere wärmere Kleidung.

 Kontakt: Diakonie Bramsche, Tel. 05461/1597; Landesaufnahmebehörde Hesepe, Tel. 05461/833-0.