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Interview zur Schulentlassung „Bramscher Hauptschüler mit guten Perspektiven“

Von Heiner Beinke | 04.07.2014, 12:34 Uhr

Ein großer Teil der Hauptschüler, die am Freitag entlassen werden, verfügt über eine solide Perspektive. Das hat mit guten wirtschaftlichen Bedingungen, aber auch mit der Konzentration auf berufliche Orientierung an der Hauptschule Bramsche zu tun, glaubt Schulsozialarbeiter Wilfried Gerke, der sich im Interview zu seiner Arbeit äußert.

Herr Gerke, wie viele der Schüler, die heute entlassen werden, haben denn schon eine sichere Perspektive?

Also aus Klasse 10 haben 21 einen Ausbildungsplatz, zwei haben jetzt noch Vorstellungsgespräche, da wird das sicher noch klappen. Sieben gehen zur Fachoberschule, und der Rest, ich glaube elf sind das, geht zu einer Berufsfachschule. Für die meisten von denen hat das eine klare Perspektive. Bei manchen anderen ist das so, dass man noch zur Berufsfachschule geht, weil man so ungefähr das Berufsfeld erahnt. Der Anteil der Schüler, die sich so entscheiden, ist viel kleiner geworden.

Woran liegt das?

Zum einen sind die Chancen auf dem Arbeitsmarkt besser geworden. Das hängt zum anderen aber sicherlich auch mit unserer guten Berufsorientierung zusammen. Ich glaube schon, dass das auch Früchte trägt. Großen Anteil daran hat unser Schulleiter Wilhelm Lampe, der vieles möglich gemacht hat, was eigentlich nicht so in den Stundenplan passt.

Da bleiben nicht mehr so viele übrig, für die es nicht so gut aussieht?

In Jahrgang neun sieht das ganz anders aus. Über zwei Drittel werden Klasse zehn machen. Das heißt, gut 50 bleiben an der Schule. Sieben haben einen Ausbildungsplatz, der Rest geht nach Bersenbrück.

Woran liegt es bei denen, die nicht so mitkommen?

Bei vielen ist es ein Schuleschwänz-Problem. Ich behaupte, das hat mit dem Einstellen des Tandem-Projekts zu tun. Die Schüler sind vorher durch das Projekt betreut worden, dann ist es eingestellt worden. Das ist schlecht gelaufen.

Hat der Schulsozialarbeiter nach der Entlassung noch Kontakt zu den ehemaligen Schützlingen?

Ja, das freut mich total, wenn so wie jetzt beim Rockfestival zwei auf mich zukommen und mir stolz erzählen, was aus ihnen geworden ist. Wir wollen versuchen, den Kontakt ein paar Jahre zu halten. Es ist ein bisschen schade, dass gerade an den Übergangsstellen die Kompetenzbereiche enden. Ich würde mir schon diese Berufseinstiegsbegleiter wünschen, die von Klasse 8 bis zum Ende der Ausbildung da sind.