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Integratives Fest am 20. Juli Wenn ganz Bramsche spielt

Von Hildegard Wekenborg-Placke | 05.07.2014, 19:24 Uhr

Der Termin rückt näher. Am 20. Juli findet Bramsches 1. Integratives Spielefest für Jung und Alt statt. Initiatorin Petra Tiemeyer, Schulleiterin der Meyerhofschule, hat sich vorgenommen, „das Kind im Erwachsenen rauszukitzeln“, und Jan Rathjen vom Stadtmarketing ergänzt: „Es gibt nichts Schöneres, als wenn eine ganze Stadt spielt.“

Kurz vor Ferienbeginn wird sich am Sonntag von 14.30 bis 18 Uhr die Fußgängerzone vom Kirchplatz bis zum Münsterplatz in eine große Spielemeile verwandeln. Jeder, ob groß oder klein, mit oder ohne Einschränkung, mit guten Deutschkenntnissen oder nicht, werde hier etwas finden, was ihm Freude macht, sind die beiden Organisatoren überzeugt.

Niemanden ausschließen

Petra Tiemeyers Begeisterung wirkt ansteckend. Diesem Elan konnte sich auch der Sozialausschuss der Stadt nicht entziehen, der Anfang des Jahres eine finanzielle Absicherung des Projekts durch die Stadt in Höhe von 3000 Euro befürwortete. Die Idee zu einem Spielefest, „das niemanden ausschließt“, entstand während einer Schulleiterfortbildung zum Thema Inklusion, berichtet die Pädagogin. „Ich war so begeistert, dass ich mir gleich vorgenommen habe, etwas Ähnliches für Bramsche zu organisieren.“

Mit Jan Rathjen, damals noch Geschäftsführer des Vereins Universum, holte sie sich einen Mitstreiter ins Boot, der über „Bramsche spielt“ eine gewisse Erfahrung mit entsprechenden Angeboten und darüber hinaus eine spielpädagogische Ausbildung mitbringt. „Inklusion ist ein sperriger Begriff“ , meint Rathjen. „Man sollte besser sagen: ,Wir wollen niemanden ausschließen und jeden mitnehmen.‘“ Bei der Entwicklung und Auswahl der Spiele habe man deshalb nicht nur den Aspekt der Inklusion im Fokus. Die Spiele sollten selbsterklärend sein, um auch Menschen mit Migrationshintergrund anzusprechen, die die deutsche Sprache nicht so gut beherrschten. Petra Tiemeyer fallen dazu gleich die Kapla-Steine ein, flache Stäbe aus Naturholz, aus der sich fantasievolle Gebäude errichten lassen, ohne dass man dabei ein einziges Wort wechseln muss und die auch in etlichen Klassen an der Meyerhofschule zu finden sind.

Im Vorfeld des Spielefestes schrieben die Organisatoren Kindertagesstätten, Schulen und zugeordnete Fördereinrichtungen, Vereine, die Stadtjugendpflege, insgesamt 24 Einrichtungen, an und baten sie, Spielevorschläge einzureichen. Das Echo war riesig. Über mehrere Hundert Meter wird sich in der Fußgängerzone ein Stand an den anderen reihen. „Und wir haben keine Dopplungen dabei“, freut sich Rathjen.

Das Spektrum der Angebote wird dabei so breit sein wie das der Anbieter. Rathjen zählt eine kleine Auswahl auf: Es wird Schleuderball gespielt oder Memory, es gibt eine Wasserbaustelle, zwei Bauwagen und eine riesige Sandkiste. Sportliche Naturen können sich beim Indiaca, auf dem Fußball-Parcours, beim Judo oder beim Seilspringen, auf Neudeutsch „Rope-Skipping“ austoben. Der St.-Martin-Kindergarten wird seinen großen Naturspielplatz öffnen. Es wird verschiedene Partnerspiele geben, bei denen sich verschiedene Fähigkeiten ergänzen oder Beeinträchtigungen ausgleichen. Eröffnet wird das Spielefest mit Musik einer Schülerband, ausklingen soll es mit Vorführungen der beiden in Bramsche aktiven Tanzschulen.

Das Programm steht, die Flyer hat die Druckerei Niemann kostenlos gedruckt. „Alle waren mit so viel Engagement und Herz dabei“, lobt Tiemeyer. „Jetzt ist wichtig, dass ganz viele kommen.“ Rathjen meint: „Wir hoffen jetzt auf richtig gutes Wetter. Dann wird es wie ein großes Sportfest.“