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Immer wieder freitags Viele Bramscher ließen das junge Gemüse im Regen stehen

Von Michael Schwager | 15.04.2016, 16:04 Uhr

Das Wetter am Freitag auf dem Bramscher Wochenmarkt war zwar nicht umsatzfördernd. Aber für die Käufer von Gartenpflanzen war der Regen am Markttag eigentlich ideal.

Denn die frisch eingepflanzten Kohlrabi und Salatsetzlinge benötigen zunächst mal ordentlich Wasser, damit sie angehen.

Weil‘s gesund ist

Gabriele Segschneider zum Beispiel hatte sich bei Gärtner Reinhard Winkeljohann aus Voltlage mit jungen Cocktailtomaten versorgt. Sie baut die leicht süßlichen Mini-Tomaten nicht deshalb selbst an, um Geld zu sparen. „Nein, weil‘s gesund ist“, sagt sie. Einmal, weil die Gartenarbeit in Bewegung halte, und zum anderen: Bei selbst gezogenem Gemüse könne man eben sicher sein, dass nichts drauf gespritzt wurde, was man später nicht auf dem Teller haben möchte. Damit die Pflänzchen sich gut entwickeln, buddelt sie sie unter der Krone einer großen Kiefer ein. Der Ernteerfolg gebe ihr Recht. Mehr aus Bramsche im Netz

Da sei was dran, bestätigt der Fachmann. Tomaten, so Gärtner Winkeljohann, mögen es luftig und können Feuchtigkeit von oben nicht vertragen. Das führe in schlecht belüfteten Gewächshäusern manchmal zum Pilzbefall der Nachtschattengewächse. Wer keine geeignete Kiefer hat wie Gabriele Segschneider, der könne seine Tomaten unter ein seitlich offenes Foliendach setzen. Und wer dicke Tomaten ernten will, der sollte die Seitentriebe zwischen Stängel und Blatt regelmäßig entfernen.

Familie profitiert

Helmut Lemke aus der Gartenstadt achtet seit Jahren darauf, dass seine Tomaten einen guten Platz bekommen. Bei ihm stehen sie an der wärmenden Hauswand und danken ihm die fürsorgliche Behandlung mit guten Erträgen. Da entstehen dann auch keine Engpässe, wenn die Kinder in der Erntezeit am Ertrag teilhaben wollen.

Wie übrigens schon seine Eltern vor ihm, baut der Gartenstädter Gemüse und auch Obst an. Damit er kontinuierlich ernten kann, pflanzt Helmut Lemke in regelmäßigen Abständen nach, der in seinem Garten – „Wenn der ganze Salat zum Beispiel auf einmal erntereif wäre, müsste ich ja die Hälfte auf den Kompost schmeißen“, erläutert er seine Strategie. Und Gärtner Winkeljohann ergänzt: „Da können Sie besser alle 14 Tage neue Jungpflanzen nachkaufen.“

Heimische Kräuter

 Bei Kräutern ist derzeit noch etwas Zurückhaltung angesagt, wie Änne Witte aus Bissendorf rät. Thymian, Majoran oder Liebstöckel, das könne man schon riskieren. Aber die südländischen Aromalieferanten wie zum Beispiel Basilikum oder Rosmarin hätten es lieber noch ein bisschen wärmer.

Vielleicht war das Warten auf den richtigen Pflanzzeitpunkt ja auch ein Grund, weshalb die die Hobby-Gemüsebauern am Freitag ihre Pflanzenlieferanten auf dem Wochenmarkt – man kann es so sagen – schon ein bisschen im Regen stehen ließen.