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Immer wieder freitags Kaum Freilandeier auf dem Bramscher Wochenmarkt

Von Hildegard Wekenborg-Placke | 10.02.2017, 16:04 Uhr

Wegen der Vogelgrippe haben der Landkreis Osnabrück die Aufstallpflicht für Geflügel bis Ende April und der Landkreis Vechta bis vorerst 28. Februar verlängert. Freilandeier gibt es deshalb auf dem Bramscher Wochenmarkt nur noch, wenn der „Eiermann“ seine Ware aus Gegenden ohne „Hausarrest“ für Hühner bezieht.

Heinz Götting aus Lohne und seine Frau stehen schon seit einem Vierteljahrhundert mit ihrem Eierstand auf dem Markt. Früher haben sie selbst Hühner gehalten. Das haben sie vor ein paar Jahren aus Altersgründen aufgegeben. Jetzt beziehen sie ihre Eier von einem Hof im gleichen Ort. Bislang waren immer Freilandeier dabei, doch die sucht man jetzt bei Göttings vergeblich. Frische Eier aus Bodenhaltung, 25 Cent, verrät ein Hinweisschild. So muss es jetzt heißen. Drei Monate lang dürfen Halter, deren Hühner sich eines Lebens im Freien erfreuen, die Eier noch mit „aus Freilandhaltung“ verkaufen. Für viele Betriebe ist das ein wichtiges Vermarktungsinstrument. Die drei Monate waren Ende Januar vorbei. „Die Hühner leben in einem großen Stall, wo sie Platz zum Rumlaufen haben. Die Hauptsache ist ja, dass von oben nichts drankommt“, meint Kötting. Seine Kunden fragen nach den Freilandeiern, aber Kötting muss sie erst einmal weiter vertrösten.

Hühner haben „Hausarrest“

 Auch die Hühner von Biobauer Michael Kruse haben weiter „Hausarrest“. Zwei Herden leben normalerweise in Pente in sogenannten Hühnermobilen, die immer wieder auf frische Grünflächen gefahren werden. „Man merkt es den Tieren schon an. Die Tiere wollen an die frische Luft, das sind sie einfach gewöhnt“. Und obwohl das Bio-Futter gleich bleibt, ändern sich doch Geschmack und Dotterfarbe. „Das frische Gras fehlt einfach“, meint Kruse. Gerade hat er einen zweiten „Wintergarten“ für seine Hühner gekauft - eine Art dichtes Vorzelt für die Hühnermobile. „Die sind zwar teuer. Aber jetzt sind wir wenigstens für die nächsten Jahre gerüstet“. Die Einhaltung der Aufstallpflicht wird vom Veterinärdienst des Landkreises streng kontrolliert.

Auf andere Art gerüstet hat sich Gustav Hilgefort. „Freilandeier, die gibt‘s schon noch“, meint er. Man muss nur seine Quellen haben. Und die liegen bei Hilgefort im Hessischen, irgendwo, wo die Vogelgrippe nicht so wütet.