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Hochbetrieb am Tuchmacher-Museum Erster Bramscher Schafstag ein voller Erfolg

Von Holger Schulze, Holger Schulze | 10.06.2018, 20:53 Uhr

Begeistert von der Resonanz zeigten sich die Veranstalter beim ersten Schafstag am Bramscher Tuchmacher-Museum. Und auch die Besucher überzeugte die Premiere.

„Wir zeigen immer, wie die fertige Wolle verarbeitet wird. Sie kommt aber schon gewaschen und gefärbt bei uns an. Wo aber kommt die Wolle überhaupt her? Wie wird sie gewonnen?“ Dies zu zeigen ist die Idee hinter dieser erstmals durchgeführten Veranstaltung, wie Museumsleiterin Kerstin Schumann erläuterte.

Schafschur

Ein zentraler Programmpunkt an diesem Tag war die Schur der 150 Schafe hinter dem Museum. Damit sollte auch eventuell vorhandenen romantischen Vorstellungen entgegengewirkt werden, in denen der Schäfer gemütlich mit der Schere die Tiere von ihrem Winterfell befreit, erzählte Kerstin Schumann. Ein paar gekonnte Festhaltegriffe, dann dauert es pro Schaf ungefähr zwei Minuten und ruck, zuck ist die Wolle unten, so war es beim Schafstag zu beobachten.

Vorführungen

Vorführungen der Arbeit an einer Herde mit Border Collies sowie eine Präsentation verschiedener Schafrassen vervollständigten die aktive Mitwirkung der Vierbeiner an diesem Tag. Doch auch die Besucher konnten mitmachen. So hatte die 11-jährige Lina einen Beutel mit der Farbe der hiesigen Tuchmacher gefärbt und fand die Schafe süß.

Wettbewerb

Etwas später an Nachmittag ging es dann mit Wettbewerbseifer an die Schafwolle. In die Kategorien ungeübte und geübte Wollverarbeiter unterteilt, waren die Besucher aufgefordert, aus zehn Gramm Wolle einen möglichst langen Faden herzustellen. Als erster Preis winkte bei diesem Spinnwettbewerb eine rote Decke. Und natürlich durfte das Filzen an einem solchen Tag nicht fehlen.

„Total nett“ fand Davor Susnjar die Angebote am Schafstag. „Für die Kinder ist es super, dass sie nicht nur anschauen, sondern auch anfassen dürfen“, fand der Familienvater aus Osnabrück, für den es eine gute Entscheidung war, mit Familie und Fahrrad nach Bramsche zu kommen.

Konzept geht auf

„Sehr viele Familien mit kleinen Kindern und auch ein ganz anderes Publikum als sonst sind zu uns gekommen. Wir sind heute von der Resonanz begeistert und freuen uns ,dass das Konzept offensichtlich aufgeht. Wir hoffen, dass sich die Veranstaltung verstetigen lässt. Ob im Ein- oder Zweijahresrhythmus müssen wir noch klären, weil es für die Aussteller schon sehr viel Aufwand bedeutet“, so bilanzierte schon zur Halbzeit Kerstin Schumann den Erfolg der neuen Veranstaltung.

Nicht nur bei den Vorführungen stand das Schaf im Fokus. Diverse Produkte vom Schaf waren an den Verkaufsständen zu finden. „Sehr weich und saftig ist der Käse, weil die Kunden darauf total abfahren“, erläuterte die Verkäuferin des Käses aus der Milch von ostfriesischen Milchschafen dem Publikum ihr Produkt.

Lammfleischwürste lagen auf dem Grill von Sostmann und die Bäckerei Justus bot Gebäck in Schafform an. Natürlich aus Schafwolle produziert waren die filigranen Feen von Alja Harms.

Und experimentiert wurde beim Schafstag zudem noch. Die „Kunterbunt Wollspinnerey“ war zum wiederholten Male als Aussteller im Tuchmacher Museum mit dabei. Dies geschieht dann stets mit einem neuen Rezept, mit dem die Formel des Bramscher Rot ohne den Einsatz von Chemikalien wiederentdeckt werden soll. Beim letzten Mal sei man schon recht nahe dran gewesen, berichtete Sabine Adams. In diesem Jahr jedoch konnte kein weiterer Fortschritt erzielt werden. Doch der Schafstag soll ja wiederholt werden.