Ein Artikel der Redaktion

Heseper schildern ihre Probleme Bürger-Dialog zur Aufnahmeeinrichtung in Hesepe gestartet

Von Björn Dieckmann | 05.08.2015, 18:46 Uhr

Zu einem Informationsgespräch haben sich am Dienstagabend der Leiter der Erstaufnahme-Einrichtung für Asylbewerber, Conrad Bramm, und rund 25 Heseper Bürger getroffen. Mit dabei war auch Bramsches Bürgermeister Heiner Pahlmann. Das Treffen fand statt, um die derzeitige Situation sowohl im „Lager“ als auch im Ort zu diskutieren.

Laut Pahlmann war die Idee zu diesem Austausch beim kürzlichen Besuch des niedersächsischen Innenministers Boris Pistorius in Hesepe entstanden.

Bei dem Termin erläuterte nach Pahlmanns Angaben zunächst Conrad Bramm, wie es zu der deutlichen Überbelegung der Einrichtung der Landesaufnahmebehörde (LAB) Niedersachsen gekommen ist. Derzeit sind dort rund 2600 Asylbewerber untergebracht. Die Zugangszahlen schwanken stark, während es Probleme gibt, die Flüchtlinge anschließend dezentral in den Kommunen unterzubringen. „Es war auch interessant zu hören, welche Schwierigkeiten und Hürden es zurzeit bei der Bearbeitung der Asylverfahren gibt. Das war, so glaube ich, manchem Teilnehmer dieses Gesprächs so noch nicht bewusst“, meinte Pahlmann im Anschluss an das Treffen, dessen „sehr angenehme und von allen Seiten offene Atmosphäre“ er ausdrücklich lobte.

So hatten auch die Heseper Gelegenheit, ihre Sorgen und Nöte im Zusammenleben mit den Asylbewerbern zu schildern – „sehr ruhig, sehr sachlich ging das vonstatten“, betonte der Bürgermeister. Ein Punkt, der den Bürgern wichtig war: Die Polizeipräsenz im Ort solle nach den jüngsten Ereignissen mit den tätlichen Auseinandersetzungen auf dem LAB-Gelände und der Messerstecherei am Bahnhof einen Monat zuvor hoch bleiben. Und das, so versicherte Pahlmann, sei auch „genauso mit der Polizei vereinbart. Sie wird sich weiterhin in Hesepe zeigen“.

An der LAB soll zudem in Richtung Hauptstraße ein neues Tor geschaffen werden. „Für Fußgänger und Fahrradfahrer“, so Pahlmann. Ziel sei es, dadurch einen besseren Überblick darüber zu erhalten, „wer die LAB verlässt und wer sie betritt“, erklärte er. Der neue Zugang solle mit Wachpersonal ausgestattet werden. Bisher nutzten die Flüchtlinge an dieser Seite des „Lagers“ oft ein Loch im Zaun, um den Weg zum Bahnhof oder den Supermärkten abzukürzen. sichergestellt werden solle, dass damit einhergehend nicht der PKW-Verkehr zunimmt. „Auch dies nehmen wir und die LAB auf Anregung der Bürger gerne auf“, unterstrich Pahlmann.

Mit diesen Maßnahmen ist auch LAB-„Nachbar“ Hans Macke zufrieden, der das Treffen mit organisiert hatte und daran teilnahm. „Das sind gute Ideen, mit denen die Unzufriedenheit vieler Heseper abgemildert werden kann“, stellte er fest. Er hob auch erfreut hervor, dass neuerdings Asylbewerber mit einer Art großem Bollerwagen durch den Ort gingen, um liegengebliebenen Müll aufzusammeln. Laut Bürgermeister Pahlmann sei dies auf Initiative der Stadt entstanden „und Conrad Bramm hat dann gleich ein paar Leute zusammengetrommelt“. In Zukunft solle nach Möglichkeit wöchentlich Müll aufgesammelt werden.

Und auch der Austausch zwischen den Verantwortlichen der LAB-Einrichtung, der Stadt und den Hesepern soll fortgeführt werden. Ein weiteres Treffen ist für Oktober geplant, auch wenn es noch keinen festen Termin gibt. „Es ist einfach wichtig, miteinander zu sprechen und sich die Probleme des anderen anzuhören. Dadurch wächst das Verständnis füreinander“, meinte Hans Macke ebenso wie Heiner Pahlmann.