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Handwerker, Banker oder Jurist Berufsorientierung am Bramscher Gymnasium

Von Holger Schulze | 13.10.2015, 17:27 Uhr

Ganze Arbeit geleistet hatten Antje Gortmann und Sabine Neudorf bei der Organisation der Projektwoche für die Jahrgangsstufe 11 des Greselius-Gymnasiums. Unter dem Stichwort „Berufliche Orientierung“ gab es für die Elftklässler von Montag bis Freitag ein umfangreiches Angebot, um vorhandenen Neigungen und Stärken auf die Spur zu kommen. „Es geht uns darum, die Schüler in ihrer Vielfalt auf einen guten Weg zu bringen“, formulierte Sabine Neudorf die Hoffnungen bei diesem berufsorientierenden Modul.

Allein das Programm für den Dienstag erfüllte diesen Anspruch bereits. Referenten aus zahlreichen Berufsfeldern stellten ihre jeweiligen Gebiete vor und gaben zudem bei den Fragen aus der Schülerschaft Rede und Antwort.

In den Klassenräumen unterwegs waren unter anderem Vertreter der Volksbank und der Sparkasse, ein Staatsanwalt und ein Steuerberater. Die Polizei sowie die Bundeswehr, das Bistum Osnabrück und die Duni, das Theater, die Flugsicherung oder die Heilpädagogische Hilfe Osnabrück ließen ebenfalls die bei ihnen vorhandenen Berufsbilder erläutern.

„Sein eigener Chef werden“ hieß es in den ersten beiden Unterrichtsstunde bei Mathias Strehl. Der bei solchen Veranstaltungen in sämtlichen Bramscher Schule präsente Haustechniker wollte vermitteln, „wie groß die Chancen derzeit im Handwerk sind, eine Firma zu übernehmen“. Seinen Recherchen zufolge wechseln in den kommenden Jahren bundesweit rund 250000 Betriebe den Besitzer, und längst nicht in allen bleibt die Nachfolge innerhalb der Familie. Daher auch der Versuch von Mathias Strehl, „den Handwerksberuf auch für Menschen mit einem höheren Bildungsstand attraktiv zu machen“. Dazu ließ er seine Zuhörer zusätzlich mit „den Händen denken“. Ein paar Rohre und Verbindungsteile hatte er mitgebracht, und forderte die Schüler beim Zusammenbau zur freien Kreativität auf. „Ich fand es sehr aufschlussreich, wie die jungen Leute mitmachen. Es war toll und für mich eine persönliche Bereicherung“, fasste Mathias Strehl seine Eindrücke von der Veranstaltung bei ihm zusammen.

Naturgemäß theoretischer ausgerichtet stellte Staatsanwalt Michael Schmitz in vier Mal einer Unterrichtsstunde die klassischen Berufsfelder des Juristen, Richter, Staatsanwalt und Rechtsanwalt, sowie deren Voraussetzungen vor. Zudem referierte er über seinen Tätigkeitsbereich, die Delikte im Zusammenhang mit dem Besitz von Betäubungsmitteln. Auch wer von den Schülern nicht unbedingt Jura studieren möchte, weiß nun wenigstens, bei wie viel Gramm Rauschmittelbesitz er in etwa welche Strafe zu erwarten hat. Auch dass die beliebte Kommunikation per WhatsApp der Staatsanwaltschaft schon so manchen Ermittlungserfolg beschert hat, ist für die Greselianer der Jahrgangsstufe 11 nun kein Geheimnis mehr.