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Gut besuchte Bürgerversammlung Balkumer wollen bei neuer Stromtrasse mitreden

Von Holger Schulze, Holger Schulze | 15.09.2016, 14:32 Uhr

Beim Thema Stromtrasse und Umspannwerk im Raum Merzen wollen die Ueffelner und Balkumer verstärkt mitreden. Bei einer Bürgerversammlung am Mittwochabend bestimmten sie Hans Hundeling als Vertreter für den „Runden Tisch Umspannwerk im Raum Merzen“.

Klemens Große Dartmann hatte zu der Versammlung eingeladen, rund 40 Interessenten waren seiner Einladung nachgekommen. „Ich habe im letzten halben Jahr versucht, Informationen über das geplante Umspannwerk zu bekommen. Es hieß nur immer, das betrifft uns nicht. Nie wurde erwähnt, dass nach meiner Kenntnis die den Strom weiterleitende Haupttrasse durch Balkum führen soll“, nannte Klemens Große Dartmann die Gründe für die Einladung zur Bürgerversammlung. Außerdem musste er feststellen, dass andere Gemeinden, nur nicht Balkum, am Runden Tisch vertreten sind.

Nach dieser Einleitung hatte Ortsvorsteher Gert Borcherding das Wort. Er sitzt gemeinsam mit Bürgermeister Heiner Pahlmann und Baudirektor Hartmut Greife bereits mit am Runden Tisch. „Wenn vor dem nächsten Sitzungstermin am 26. September ein Vertreter aus Balkum benannt werden würde, könnte man dem Runden Tisch noch beitreten“, betonte der Ortsvorsteher. Ueffeln-Balkum sei die „am stärksten betroffene Gemeinde im Raum Bramsche“.

Kritik am Verfahren

Kritisiert werde, dass das geplante Umspannwerk nicht nach dem mit besseren Beschwerdemöglichkeiten ausgestattete Raumordnungsverfahren, sondern im einfacheren Verfahren nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz geplant werde. Als Reaktion darauf sei vom Landkreis der Runde Tisch eingerichtet worden. Dort soll in einem begrenzten und konstanten Rahmen über das Umspannwerk gesprochen werden. Über die Freileitungen durch Ueffeln hingegen nicht, führt Gert Borcherding weiter aus.

„Ziel ist nicht die Findung einer mehrheitsfähigen oder einvernehmlichen Lösung. Der Runde Tisch ist kein Beschlussgremium“, stellte Gert Borcherding klar. Offiziell soll im Dezember über den Standort des Umspannwerkes und damit einhergehend über den Verlauf der Stromtrassen entschieden werden. Gert Borcherding äußerte jedoch die Vermutung, dass „die Entscheidungen eigentlich schon feststehen.

„Ehrliche Diskussion“

„Wir möchten eine ehrliche Diskussionen. Ich persönlich verlange mehr Offenheit und Ehrlichkeit seitens der Betreiber. Dann wüssten wir auch alle, über welche Stromtrassen wir reden“, meinte der Ortsvorsteher. „Wenn die betroffenen Gemeinden, inklusive des Landkreises, geschlossen dafür kämpfen, dass das Umspannwerk wie die Freileitungen nach dem Raumordnungsverfahren geplant wird, dann möchte ich sehen, ob darüber so einfach hinweggegangen werden kann“, betonte er die Bedeutung der Verfahrensfrage.

Hundeling gewählt

Auch wenn die Teilnahme am Runden Tisch keine Mitentscheidungsbefugnis im Planungsverfahren des Umspannwerkes und der Stromtrassen nach sich zieht, sondern bestenfalls etwas Gehör verschafft und für mehr Transparenz sorgt, beschloss die Bürgerversammlung dennoch die Entsendung von Hans Hundeling sowie von Klemens Große Dartmann als Stellvertreter zum Runden Tisch.