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Gartentraumsonntag Grüne Paradiese öffnen sich in Bramsche und Rieste

Von Julia Kuhlmann | 21.06.2012, 16:50 Uhr

Ganz ungeniert die Nase in fremde Gärten stecken und dabei der eigenen Gartenleidenschaft frönen. Neues entdecken und Bekanntes in neuer Zusammenstellung finden – all das macht die Aktion „Gartentraumsonntag“ am kommenden Sonntag möglich.

Der Tourismusverband Osnabrücker Land hat ein Herz für Menschen mit Gartenleidenschaft. Deshalb hat er die Adressen der vielen privaten Gartenbesitzer, die bereit sind, ihr Refugium auch anderen zugänglich zu machen, gesammelt und zu einer sogenannten Gartentraumtour zusammengefügt. 36 private Gartenbesitzer öffnen am Sonntag, 24. Juni, in der Zeit von 11 bis 18 Uhr ihre Gärten für Besucher.

So unterschiedlich wie die Menschen, die sie bestellen, sind auch ihre Gärten. Deswegen gleicht keines der 38 grünen Paradiese entlang der Gartentraumtour im Osnabrücker Land dem anderen. Einige der Anlagen entlang des 169 Kilometer langen Rad-Rundwegs sind öffentlich, drei gehören zu Museen – die allermeisten aber sind ganz private Gärten; ihre Eigentümer haben das Format kundiger Gästeführer, die gerne zeigen und erklären, was sich hinter ihrem Gartenzaun verbirgt. Muss man sich sonst vorher anmelden, sind die Gärten am Sonntag alle geöffnet.

Hinter den Gartenpforten erwarten die Besucher neben den grünen Paradiesen auch Kunstaktionen, kleine Workshops, Tauschbörsen, kulinarische Überraschungen und vieles mehr.

Aus dem Verbreitungsgebiet der Bramscher Nachrichten nehmen 12 Gärten teil. Den Naturgarten am Alfsee öffnet die Biologische Station Haseniederung. Nach der Gartenerkundung können auch Kaffee und Kuchen genossen werden (Alfseestr. 291, 49594 Alfhausen).

Nicht weit davon entfernt besteht die Möglichkeit, auf einem Barfußpfad die Füße zu sensibilisieren. Im Erlebnisgarten des Ferienhofs Wübbold (Burlager Ort 64, Rieste) ist außerdem für die kulinarische Versorgung der Gäste gesorgt.

Mit dem 24. Juni fällt der diesjährige Gartentraum-sonntag auf den Johannistag, von jeher ein „magischer Tag“ rund um die Sommersonnenwende. Pflanzen und Kräuter spielen von alters her dabei eine besondere Rolle: Typische Johanniskräuter wie Beifuß, Eisenkraut, Kamille oder Königskerze sind in vielen Gärten anzutreffen. Auch der Holunder, ohnehin fest in der Varus-Region verwurzelt, hat traditionell zu diesem Datum eine große Bedeutung. Passend dazu tischt die Hollerfrau im Achmeraner Bauerngarten am Heimathaus Leckeres aus der Holunderküche auf. Einen besonderen Akzent für diesen Tag setzt auch der Rosenkranzgarten in Lage-Rieste: Hier werden die Johanni-Kirmes und das Kirchweihfest gefeiert. Gleich doppelt inspirierend dürfte der Besuch im Rosengarten von Marlies Mörker (Theodor-Heuss-Ring 11, Bramsche) sein, denn die Bramscher Malerin öffnet auch ihr Atelier. In Kiesekamps Bauerngarten (Obernortstr. 1, Bramsche-Epe) stellt Karl-Heinz Borowski „Landschaften“ aus, Gartenfreundinnen fertigen Blütenkränze, Gäste können mitmachen. Ab 10 Uhr bereits kann der Bauerngarten an Rohdes Heuerhaus (Suthaarstr. 10, Rieste) besichtigt werden. Dort finden sich auch Verkaufsstände mit ausgewähltem Angebot.

Um die Wechselwirkung edler Steine und Pflanzen geht es im Stauden- und Kräutergarten von Silke Schwarz im historischen Ambiente des Klosters Malgarten. Das Thema lautet „Bauernpfingstrose und Bergkristall“. Im Kloster Malgarten haben sich gleich mehrere Kreative zur Gemeinschaftsaktion zusammengefunden.

Rolf Brüning stellt Steinobjekte aus, Kräuterfachfrau Brigitte Schürkamp bietet handgefertigte Seifen und Liköre an und zeigt, wie man beispielsweise Ringelblumencreme selbst herstellen kann. Spiele für den Garten von Motiva Spielzeit laden zum Ausprobieren ein, Silke Bicker lädt zu aromatischen Reisen in den Kräutergarten ein. Schauspieler Peter Badstübner trägt „Der Weg des Gartens“ aus Robert Blys „Eisenhans“ vor, Kinderbuchautorin Karla Schniering liest ebenfalls vor. Zum Filzen lädt Mechtildis Köder ein.

Geöffnet haben außerdem die Massage-Praxis von Iris und Thomas Gerdelmann sowie das Atelier von Maria Breer-Dühnen. Die Künstlerin arbeitet mit Holz. Im Kreuzgang stellt Rolf Brüning Gemälde aus. Gespeist werden kann im Restaurant „Zum Amtsrichter“.

Die Gartenbaumschule Igel (Im Eikrode 10, Bramsche-Engter) öffnet ihre Rosengärten und Schauanlagen, zudem gibt es um 14 Uhr ein Konzert der „Looping Brothers“.

Die Besichtigung von Hennys Garten (Barenaue 6, Bramsche-Engter), ein Staudengarten am Schloss Neu Barenaue, kann ebenfalls mit dem Genuss von Kaffee und Kuchen verbunden werden.

Und schließlich nehmen auch zwei Museen am Gartentraumsonntag teil: die Varusschlacht im Osnabrücker Land (Venner Str. 69, Bramsche-Kalkriese) mit ihrem Park und einer einstündigen Führung zum Thema „Die antike Welt der Pflanzen“ (12.30 Uhr). Es gelten an diesem Tag die normalen Eintrittspreise. Im Tuchmacher- Museum (Mühlenort 6, Bramsche) werden die historischen Techniken der Färberei mit Krapp erläutert. Die Krapp-Wurzel lieferte den Farbstoff für das berühmte Bramscher Rot, in dem noch heute die im Museum gefertigten Decken gefärbt werden. Krapp wächst im Färberbeet des Museums.

Im Internet informiert der Tourismusverband unter www.gartentraumtour.de über alle teilnehmenden Gärten.