Ein Artikel der Redaktion

Gartenserie „Querbeet“ Bramscher Landfrauen laden in ihre Gärten ein

Von Judith Perez | 09.06.2017, 12:36 Uhr

„Hereinspaziert“ heißt es am Sonntag, 11. Juni 2017: Niedersachsenweit öffnen 58 Familien bei der Aktion der Landfrauen ihre Gärten für die Öffentlichkeit. Zwei davon liegen in

„Hereinspaziert in lebendige Dörfer und blühende Gärten“ ist nicht nur das Motto der niedersächsischen Landfrauen am 11. Juni 2017, sondern auch ganz speziell das von Irma Hehemann aus Kalkriese. Wenn an ihrer Hecke, die den großen Garten zur Straße „Krumme Heide“ abgrenzt, Schaulustige in den Garten spähen, lädt sie sie gerne ein, einfach mal hineinzukommen – auch wenn sie sie gar nicht kennt. „Denn ich möchte ja die Freude über meinen Garten auch mit anderen teilen“, erklärt die Bautechnikerin und Gartenliebhaberin. Der rund 3500 Quadratmeter große Garten gehört zu ihrem Elternhaus, in dem sie heute mit vier Generationen lebt.

Ramblerrosen kurz vor der Blüte

Der weitläufige Garten der Hehemanns in Kalkriese ist in viele unterschiedliche Bereiche gegliedert, die immer wieder neue Perspektiven eröffnen. Dabei dominieren Rosen in allen Variationen. „Denn ich liebe Rosen“, verrät die Frau, die den Garten allein managt. Kletterrosen am Zaun zur Weide hin, mehrere Rosenbögen, Ramblerrosen, die einen alten Birnenbaum völlig überwuchert haben und kurz vor der Blüte stehen, aber auch Strauch- und Beetrosen. In geschwungenen Staudenbeeten, die mit Frauenmantel und Storchschnabel eingefasst sind („weil der Buchs durch den Pilzbefall raus musste“) steht immer jeweils ein Apfelbaum. Schattige Bereiche mit Astilben, Funkien, Fuchsien und Fetthennen wechseln sich mit sonnenliebenden Blühpflanzen ab. Dazwischen immer wieder die sich selbst aussähenden steil aufwachsenden Fingerhüte in allen Rosa und Lila-Variationen. „Die sollen da auch wachsen dürfen“, sie blühen ja so schön. Bis auf einen kleinen Bereich, indem alles wild sein darf und auch alte Blumentöpfe ihren Platz finden, ist in diesem Garten aber nichts dem Zufall überlassen. Besonders stolz ist sie gemeinsam mit ihrem Mann, „dass wir so viele verschiedene Sitzecken haben“. Für heiße Tage lieben die beiden einen selbstgezüchteten Hainbuchenpavillon. Im Inneren ist es nicht nur schattig, sondern es herrscht hier auch eine angenehme Kühle, die durch die Pflanzen entsteht und „an heißen Tagen einfach herrlich ist“.

Auch einen kleinen Gemüsegarten mit Sellerie, Rhabarber, Salat und Dahlien beackert Hehemann. Nebenan, durch einen kleinen Heckendurchgang zu erreichen, liegt das Grundstück ihres Sohne mit Familie. Auf der weitläufigen Wiese gibt es am 11. Juni eine Reihe von Mitmachaktionen für Kinder unter anderem zum Thema Bienenschutz. Hühner, Dammwild, Ponys und ein Rind schauen neugierig am niedrigen Zaun und erwarten bereits die Kinder. Weiter auf dem Programm stehen Kaffee und selbst gebackene Landfrauen-Kuchen, eine Volkstanzgruppe und die Jagdhornbläser

Christels Garten in Epe

Einiges kleiner, aber mindestens genauso interessant und vielfältig geht es am 11. Juni in Christels Garten in Epe an der Malgartener Straße zu. Eine geschwungene Rasenfläche in sattem Grün ist umrahmt von Stauden, großen und mittelgroßen rund geschnittenen Buchsbäumen (bisher vom Pilz verschont), einem kleinen Naschgarten mit Mangold, Radieschen und Kräutern sowie einigen größeren Gehölzen wie einer hängenden Form einer Blutbuche und einem Trompetenbaum. Außerdem liebt Wulfemeyer Accessoires in allen Variationen. Ein Engel am kleinen Teich, Weidenkränze, hübsch bepflanzte Gefäße und Windspiele setzen Farb- und Formakzente. Sitzecken laden zum Verweilen ein. Da gibt es eine selbst gebaute Bank aus Euro-Paletten, eine filigrane weiße Sitzbank, eine schattige Terrasse direkt am Haus und zwei knallbunt gestrichene Holzstühle in Pink und Grün – den Farben des Landfrauen-Flyers zum Aktionstag. „Die Farben haben mich so inspiriert“, erzählt Wulfemeyer, „da habe ich gleich meinen Mann beauftragt, mir die beiden Stühle zu streichen“. Herzlich einladen, darauf Platz zu nehmen, möchte sie alle Garten- und Kunst-Interessierten, die sich am 11. Juni auf den Weg zu ihrem Garten machen.

Scones und Holunderblütensekt

Außerdem hat Christel Wulfemeyer noch einige Aktionen zu bieten. Zwei befreundete Künstlerinnen stellen ihre Werke aus. Das Herstellen von Weidegeflechten und Motorsägen-Schnitzen für den Garten sowie Blumengestecke basteln für Kinder laden zum Mitmachen ein. Für den Genuss backt Wulfemeyer, die 15 Jahre im Vorstand der Landfrauen aktiv war, Scones, kleine englische Brötchen mit selbst gemachter Erdbeermarmelade („in diesem Jahr besonders rar wegen der Frostschäden“), und Holunderblüten-Sekt. „Wenn wir Glück haben, kommen außerdem einige Chormitglieder in den Garten zum Singen. Da bin ich noch dran“, freut sich Wulfemeyer auf den großen Tag.

„Hereinspaziert…“ heißt es am Sonntag, 11. Juni 2017, von 11 bis 17 Uhr bei Familie Hehemann, Krumme Heide 18, Kalkriese, und in Christels Garten, Malgartener Straße 87, in Epe.