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Es tropft vom Dach Bramscher Turnhalle nach zwölf Jahren Sanierungsfall

Von Heiner Beinke | 10.02.2017, 14:07 Uhr

Die Turnhalle der Bramscher Grundschule Im Sande ist ein Sanierungsfall. Baudirektor Hartmut Greife berichtete im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt, dass für die Dachsanierung 200000 Euro eingeplant werden müssten. Dabei ist die Halle erst im Jahr 2005 gebaut worden.

Das Dach sei nicht etwa undicht, wie man das bei alten Hallen kenne. Aber an mehren Stelle sei Wasser von innen an die Decke getropft, berichtete Greife. Es habe sich herausgestellt, dass fehlende Dämmung dort, wo das Dach mit den Außenwänden verbunden ist, zur Bildung von Kondenswasser und damit den Schäden geführt habe. Alle Bereiche, wo das Dach an die Fassade anschließt, werde man „mit Sicherheit aufnehmen“ müssen, meinte Greife. Er sprach von nicht fachgerecht ausgeführten Arbeiten.

Fehlerhafte Arbeit

Der Schaden an der zwölf Jahre alten Halle falle nicht mehr unter die Gewährleistungspflicht, betonte der Baudirektor. Die endet in der Regel nach zehn Jahren. Gleichwohl habe die Stadt bei der Schadensfeststellung einen vereidigten Sachverständigen eingesetzt, ergänzte er am Freitag auf Nachfrage. Die fehlende Dämmung sei ein Fehler, der eigentlich nicht durch Schlampigkeit erklärt werden könne. Es habe bereits ein erstes Gespräch mit der damaligen Bauleitung gegeben. „Die nehmen das sehr ernst“, so Greifes Eindruck.

Weil die Beseitigung des Schadens nicht warten kann, sollen die Reparaturarbeiten ausgeschrieben werden, sobald der Haushalt verabschiedet ist. „Wir können da nicht abwarten“, sieht der Baudirektor dringenden Handlungsbedarf, um weitere Schäden zu vermeiden. Der Sportunterricht der Schule und auch das Training der Vereine könne bis dahin weiterlaufen. „Da besteht gar keine Gefahr“, betonte Greife.

Ärger im Ausschuss

„Das ist ein Riesenbatzen“, ärgerte sich im Ausschuss der SPD-Fraktionsvorsitzende Oliver Neils über die unerwartete Mehrausgabe. „In den Vorgang als solches sollten wir unbedingt noch einmal genauer eintauchen“, ließ der Ausschussvorsitzende Ralf Bergander (SPD) durchblicken, dass dieses Thema auch die Politik weiter beschäftigten werde: „Das kann man nicht einfach so abtun“. Zur Reihenfolge gebe es aber keine Alternative. Erst müsse die Halle instandgesetzt werden, dann müsse untersucht werden, wie es zu dem Fehler kommen konnte.

Der Auftrag war im Jahr 2005 an einen Generalunternehmer aus Bramsche gegangen. Der bekam den Auftrag, „ein Stück Turnhalle“ zum Preis von 1,1 Millionen Euro zu bauen, wie es damals Bürgermeisterin Liesel Höltermann formulierte.