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„Ensemble Vockestraße erhalten“ Stadt Bramsche renoviert Mietshaus für 350000 Euro

Von Heiner Beinke | 12.02.2017, 15:17 Uhr

Die umstrittene Renovierung des städtischen Mietshauses Vockestraße 12 soll in diesem Jahr erfolgen. 350000 Euro sind dafür im Haushalt 2017 veranschlagt. In unmittelbarer Nachbarschaft soll der Investorenwettbewerb für die Breslauer Straße vorangebracht werden.

Im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt erneuerte Heiner Hundeling die Vorbehalte der CDU gegen die ihrer Ansicht nach zu teure und unwirtschaftliche Renovierung an der Vockestraße. Er plädierte dafür, die Entscheidung zurückzustellen und eventuell einen Käufer für das Haus zu suchen. Ein Auto repariere man ja auch nicht vor dem Verkauf, meinte Hundeling.

„Ensemble erhalten“

„Ein kaputtes Auto kauft keiner“, hielt Oliver Neils dagegen. Der SPD-Fraktionsvorsitzende betonte das große Interesse der SPD daran, das städtebaulich wertvolle Ensemble Vockestraße so zu erhalten. Das Unterstützte Anette Staas-Niemeyer: „Von der Optik her muss das so bleiben“, meinte die FDP-Ratsfrau.

Für die Linke forderte Bernhard Rohe, mit der Renovierung bezahlbaren und barrierefreien Wohnraum zu schaffen. Diese Hoffnung dämpfte Christoph Müller. Der Hochbauspezialist der Stadt sagte, eine Barrierefreiheit sei aufgrund des engen Treppenhauses und der hohen Kellerräume nur sehr schwer bis gar nicht zu erreichen. Müller fügte hinzu, dass die Bausubstanz des Hauses durch ein Jahr Leerstand nicht besser geworden sei. Im Haus Vockestraße 12 sollen nun acht Wohneinheiten zwischen 35 und 45 Quadratmetern entstehen.

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Nur CDU dagegen

Heiner Hundeling meinte, es sei klar, dass das Haus und damit die Gesamtansicht der Straße erhalten bleiben solle, aber es bleibe die Frage, wer hier investiere. Für seinen Antrag, die Position aus dem Haushaltsplan herauszunehmen, votierten nur die drei Vertreter der CDU, Barbara Pöppe von den Grünen enthielt sich. SPD, FDP und Linke votierten für die Renovierung.

Investorenwettbewerb

Barrierefreier Wohnraum ist eines der Ziele, das gleich nebenan in der Breslauer Straße verfolgt werden soll. Hier plädierte Oliver Neils für den Investorenwettbewerb , der nach den Vorstellungen der SPD bereits im letzten Jahr hätte erfolgen sollen. Planungskosten in Höhe von 40000 Euro könnten dazu aus dem letzten Jahr übertragen werden, erläuterte Baudirektor Hartmut Greife.

Für den Wettbewerb sei ein breiter politischer Konsens hinsichtlich der Ziele wünschenswert, sagte Neils. Auf der freien Fläche, die durch den Abriss der städtischen Mietshäuser an dieser Straße entstanden ist, könne ein attraktives Wohngebiet entstehen, für das der Wettbewerb sicher viele Ideen bringen werde. Barbara Pöppe von den Grünen begrüßte die angekündigte Mitgestaltungsmöglichkeit, die schon frühzeitig umgesetzt werden solle. Hartmut Greife hielt es für erstrebenswert, dass schon der Auslobungstext für den Wettbewerb von der Politik möglichst breit mitgetragen werden sollte.