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Enge Zusammenarbeit Bramsche: Vertrag sichert das Brückenjahr

Von Hildegard Wekenborg-Placke | 14.09.2011, 13:09 Uhr

Offiziell ist der Modellversuch „Brückenjahr“ mit dem Schuljahresende zwar ausgelaufen. In der Gartenstadt wird die „Brücke“ zwischen Kindertagesstätten und der Grundschule Im Sande den Jungen und Mädchen auch in Zukunft den Weg in einen neuen Lebensabschnitt erleichtern. Ein Kooperationsvertrag, den alle Beteiligten am Mittwoch unterzeichneten, soll das sicherstellen.

Über zwei Jahre hatte das Land Niedersachsen das Projekt unter anderem durch die Finanzierung zusätzlicher Lehrer- und Erzieherstunden gefördert. Von Beginn an hatten diese Mittel den Charakter einer Anschubfinanzierung. In zwei Jahren sollte ein Konzept erarbeitet werden, das auch ohne weitere Mittel weiter laufen kann. So wird es auch an der Grundschule Im Sande sein, versicherte Schulleiter Klaus Dibowski bei der Unterzeichnung des Vertrages. „Hier wird sinnvolle Arbeit geleistet im Sinne von Kindern und Eltern“, lobte er weiter. Kompetenzen der Kinder sollen gefördert, Ängste abgebaut werden. Die Pflege einer guten Beziehung zwischen Eltern und Lehrern/ Erziehern ist ein weiterer Schwerpunkt.

Die Lehrerinnen Ingrid Jahn und Hanna Beniermann hatten zusammen mit Sigrid Noffz und Michele Brämer von der Kindertagesstätte Im Sande und Christiane Große Sextro und Ute Bettig-Schulze von der Kita Grüner Brink ein inhaltliches Konzept und einen Jahreskalender erarbeitet, der die Zusammenarbeit zwischen den Einrichtungen sicherstellen soll. Der Kalender umfasst regelmäßige Elterninformationen und Sprachfördermaßnahmen ebenso wie Besuche der Kindergartenkinder in der Grundschule, die Teilnahme der 1. Klassen am Laternenfest im Kindergarten, gemeinsame Adventsstunden und Vorlesetage oder Ehemaligentreffen in den Kitas. Schulkinder besuchen die Kitas, und die Jüngeren sehen sich an, wie der Unterricht in der Grundschule so läuft – immer begleitet von den Erzieherinnen oder Klassenlehrerinnen. „Wir wissen mehr voneinander, wir haben mehr Kontakt, und vor allem fühlen sich die Kinder wohl in der Schule“, sagte Dibowski und ergänzte: „Von dem Modell profitieren alle Kinder, egal wie engagiert die Eltern sind.“ Die Vorschulkinder wollten schon in die Schule, und die Jüngeren wollten Vorschulkinder werden.

Bei allem Lob wurde allerdings auch Kritik laut: Zuerst werde etwas Sinnvolles und Notwendiges angeschoben, dann lasse man die Beteiligten mit den Folgekosten allein, monierten Dibowski und Noffz. Ergebnis: Die Schulen setzten das Projekt fort, in dem mit Mitteln aus dem eigenen Budget Zusatzstunden finanziert werden. Die Erzieherinnen müssen das Brückenjahr „nebenher“ stemmen. Dennoch sind sich alle einig – das Brückenjahr wird es weiter geben.

In die Zusammenarbeit einbezogen wurden im Übrigen auch der Awo-Kindergarten und der integrative Kindergarten „Haus Elbestraße“.