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Grenzüberschreitendes Projekt Kunstausstellung im Bramscher Bahnhof eröffnet

Von Peter Selter | 27.03.2019, 12:26 Uhr

Die deutsch-niederländische Kunstausstellung "Z.A.T.- Zuhause at Home" wurde jetzt im Bramscher Bahnhof eröffnet.

Während auf den Bahnsteigen am Bramscher Bahnhof die Fahrgäste der Nordwestbahn ankamen und abreisten, wurde jetzt in der Wandelhalle des historischen Bahnhofsgebäudes die deutsch-niederländische Kunstausstellung "Z.A.T." eröffnet. Die Abkürzung steht für "Zuhause At Home - Thuis" und wurde gemeinsam von der niederländischen Kunststiftung "MIKC" und der dazu gehörenden Kunststation Delden unter der Leitung von Bertine Bosch sowie den Leiterinnen der Kunstwerkstatt der Heilpädagogischen Hilfe, Marion Tischler und Anette Röhr, zum Leitthema "Heimat" konzipiert.

Zu sehen sind Objekte, Malerei und Multiples von 56 deutschen und niederländischen Künstlern und Kulturschaffenden. Die Werke, Erinnerungsstücke an das Zuhause seien als Gegendarstellung der aus dem Massentourismus hervorgegangenen Stereotypen zu verstehen oder würden damit spielen, heißt in dem Ausstellungskonzept.

"Werketausch" im Mai

"Wir erleben hier eine wunderbare Mischung zwischen der Historie, den Angeboten der Heilpädagogischen Hilfe und dem ganz normalen Betrieb des Bahnhofes" sagte Karl-Heinz Schnebel, Vorstandsvorsitzender der Heilpädagogischen Hilfe Bersenbrück. Er begrüßte gut 50 Gäste, darunter auch zahlreiche Besucher aus den Niederlanden. Das Besondere: parallel werden in der niederländischen Kunststation im Deldener Bahnhof und dem Bahnhof Bramsche zwei Ausstellungen gezeigt. Mitte Mai wird es dann einen "Werketausch" geben. Ausstellungsstücke aus Bramsche gehen dann nach Delden und umgekehrt, so Karl-Heinz Schnebel. In den zu Kunstorten umgewidmeten Bahnhofsgebäuden gebe es dabei jeweils eine spezielle Sicht auf das Thema Heimat.

Vor drei Jahren sei das seinerzeit verwaiste Bahnhofsgebäude von einem Investor zusammen mit der Heilpädagogischen Hilfe Bersenbrück mit neuem Leben erfüllt worden, so Karl-Heinz Schnebel. Heute sei hier eine integrativ und inklusiv arbeitende Arbeits- und Kulturstätte entstanden. Wichtiger Bestandteil des Bahnhofs sei auch die dort ansässige Künstlergemeinschaft. Dazu gehöre auch die Künstlerin Marion Tischler aus Osnabrück, die sich an vielen Stellen bis hin zur Kunstwerkstatt der Heilpädagogischen Hilfe einbringe.

Das sehr persönliche Thema Heimat sei durch die Künstlerinnen und Künstler einfach wunderbar umgesetzt worden, freute sich Desiree Brüning, die bei der Euregio in Gronau für grenzüberschreitende Projekte verantwortlich ist. Das Projekt “Kunstverbinding - Kunstverbindung” wird unter anderem durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) unterstützt und hat zum Ziel, die Kunst- und Kulturszene im Grenzgebiet zu fördern.

Bahnhof als sozialer Ort

Der Bramscher Bahnhof inmitten der Gesellschaft sei schon immer ein sozialer Ort gewesen, betonte Bramsches Bürgermeister Heiner Pahlmann, der die Geschichte des Bahnhofs kurz skizzierte. Der Bezug zu den niederländischen Nachbarn gefalle ihm besonders, so der Bürgermeister, schließlich gebe es beispielsweise auch aufgrund des bis zum Jahr 1989 in Hesepe stationierten niederländischen Militärs bis heute zahlreiche persönliche Verbindungen. Der Bahnhof und damit der noch junge Kunststandort liege inmitten eines rund 25 Hektar großen Sanierungsgebietes der Stadt. In Richtung des Bramscher Berges würden in den nächsten Jahren bis zu 400 neue Wohneinheiten entstehen. Da liege der Bahnhof mittendrin. das sei ebenfalls ein Gedanke ganz im Sinne der Inklusion, so Heiner Pahlmann.

Die Ausstellung im Bramscher Bahnhof ist bis zum 30. Mai 2019 von montags bis freitags in der zeit von 8 bis 14 Uhr und nach Vereinbarung geöffnet.