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Decher stärkt Standort Pulaski Bramscher Heytex-Gruppe sieht neue US-Regierung gelassen

Von Marcus Alwes, Marcus Alwes | 17.01.2017, 08:11 Uhr

Dass Donald Trump ab Freitag neuer US-Präsident sein wird, versetzt Heribert Decher nicht in Unruhe. Vielmehr strahlt der Geschäftsführer der Heytex-Unternehmensgruppe, die seit zwei Jahren mit der BondCote Corporation in den USA eine von vier Tochtergesellschaften unterhält, Gelassenheit aus.

Ähnlich, so Decher, wie die Standortleitung und die rund 90 Beschäftigten am Produktionsstandort Pulaski im US-Bundesstaat Virginia. „Die Leute dort sind eigentlich positiv gestimmt“, berichtet der Heytex-Geschäftsführer von seinen Eindrücken . Sie erhoffen sich von der neuen Regierung weitere wirtschaftliche Impulse. „Ein Teil davon ist ja schon an der Börse vorweggenommen worden“, sagt Decher: „Deswegen sieht man jetzt bereits eine höhere Investitionsbereitschaft.“ Davon könne natürlich auch BondCote bzw. Heytex profitieren, wenn die Nachfrage steige.

Produktion auch für das Militär in den USA

Am Standort Pulaski lässt die Unternehmensgruppe vor allem beschichtete und laminierte Textilien produzieren . Für viele Bereiche, darunter den Umweltsektor und die Landwirtschaft. Aber auch für das Militär. Zum Beispiel Zelte und Planen. Doch Angst vor rückläufigen Auftragszahlen – angesichts einer sich möglicherweise unter Donald Trump spürbar verändernden US-Außenpolitik – hat Decher nicht. „Wenn sich Amerika künftig komplett aus der Weltpolitik heraushalten würde, dann hätte das sicherlich einen Einfluss auf uns“, erklärt der erfahrene Geschäftsführer. Doch er setzt darauf, dass am Ende des Tages beim neuen US-Präsidenten nicht alles so heiß gegessen wird, wie es zuvor gekocht wurde. „Wir sind ja auch auf Produkte für humanitäre Einsätze spezialisiert. Da haben wir ja auch einen Fuß in der Tür. Ich denke, da werden sich die USA international auch weiterhin engagieren“, sagt Decher mit Blick auf neue Aufträge.

Geschlossene Grenzen gefährden stabile Binnenkonjunktur

„Für uns ist Amerika genauso wichtig wie Europa oder Asien“, beschreibt der Geschäftsführer den internationalen Markt und die Absatzgebiete von Heytex . Politische Stabilität in den USA sei deshalb auch künftig unerlässlich. Decher nennt „eine stabile Binnenkonjunktur und eine stabile Außenpolitik“. Aber er mahnt auch: „Alle Experimente, Grenzen zu schließen, werden nicht unbedingt für eine stabile Binnenkonjunktur in den USA sorgen. Die kurbeln dort vielleicht kurzfristig etwas an, doch mittelfristig werden die Preise kräftig steigen.“ Das sei dann schädlich und könne auf den Konjunkturmotor „abwürgend wirken.“

Verbesserungen erhofft sich Decher auch bei der Gasversorgung. „Man mag es in Amerika kaum glauben – aber die haben ganz viel Gas, kriegen es jedoch nicht immer zum Verbraucher hin. Zumindest nicht in einigen Regionen“, bedauert der Geschäftsführer. Hier setze er auf Fortschritte, angeschoben von der neuen Regierungsadministration.

US-Geschäft bleibt für Heytex-Gruppe bedeutend

Für die Bramscher Heytex-Gruppe, so Decher, werde das Werk in Pulaski auf jeden Fall der zentrale Ort bleiben , von dem aus „das Geschäft in der Region Nord- und Südamerika komplett zu tätigen“ sei. Von hier aus könne man „die spezifischen Materialien relativ schnell in den Markt bringen“, erklärt er. Darüber hinaus müsse BondCote natürlich in den USA „auch ein Distributor unserer Produkte aus China und aus Deutschland“ sein, unterstreicht Decher.