Ein Artikel der Redaktion

Bramsche Von den „Kinderjorn“ bis zum großen „Glik“

20.07.2009, 22:00 Uhr

Auf die Halbzeit geht der Bramscher Kultursommer zu, dessen Programm auf der Bühne des Kirchplatzes bisher die Erwartungen erfüllt hat. Am Donnerstag, 23. Juli, erklingen um 19.30 Uhr rumänische Klagelieder, ungarische Wirbeltänze, russische Walzer und polnische Trampelpolkas, wenn „umsonst und draußen“ die Gruppe „Di Chuzpenics“ zu hören ist.

„Di Chuzpenics“ sind Martin W. Luth (Lead-Gesang), Jule Schwarz (Geige und Gesang), Christine von Bülow (Oboe, Englischhorn und Gesang) Martin Quetsche (Akkordeon und Gesang), Kay Krügel (Kontrabass, Gesang, Oboe, Geige, Quetsche, Bass und Gesang). Die fünf schlingen sich umeinander, necken sich und toben gemeinsam davon. Ihr Programm ist traditionell angelegt, birgt aber manche kleine Frechheit zwischendrin: So mischen sich Klezmer- und seelenverwandte Klänge aus ganz Europa und Übersee.

Die Lieder singt Martin W. Luth jedoch ausschließlich in glasklarem Jiddisch. Aber die Zuhörer müssen sich keine Sorgen machen: Auch ohne Sprachkenntnisse und mit ein wenig Hilfe durch die Moderation erschließen sich die Geschichten, die erzählt werden. Von den „Kinderjorn“, an die man sich wehmütig erinnert: „Oj, wi schnel bin ich schojn alt geworn.“ Von Not und Wut, wenn „Ss brent“, oder vom großen „Glik“, das manchmal einfach in einem unvergleichlich leckeren „Borscht“ besteht oder in der Frau, die es kochen kann.

„Glik“ ist auch der Titel der aktuellen, vierten CD von „Di Chuzpenics“.