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Bramsche: Spuren des Germanicus Neue Grabungskampagne im Museum und Park Kalkriese eröffnet

03.08.2014, 17:59 Uhr

cby Bramsche. Die aktuelle Grabungskampagne im Museum und Park Kalkriese ist den Gefallenen der Varusschlacht auf der Spur. Der Geschäftsführer und die archäologische Leiterin des Museums, Joseph Rottmann und Susanne Wilbers-Rost, der Landrat Michael Lübbersmann sowie der Generalsekretär der Stiftung Niedersachsen Joachim Werren haben die Grabung jetzt mit dem symbolischen ersten Spatenstich offiziell eröffnet.

Auch vor dem Hintergrund der Germanicus-Ausstellung des Museums im nächsten Jahr lassen die Grabungen auf spannende Funde hoffen. Bei der aktuellen Analyse von Luftbildaufnahmen war das Kalkrieser Forscherteam auf dunkle Bodenverfärbungen auf dem Obereschgelände gestoßen - mögliche Hinweise auf Knochengruben, die Rückschlüsse über die Präsenz des Germanicus am Ort der Schlacht zulassen könnten.

In einem zehn mal zehn Meter großen Bereich des Parkgeländes wurde in der vergangenen Woche mit einem Bagger der Eschboden abgetragen. Schicht für Schicht drangen die Forscher danach weiter ins Erdreich vor. Man sei, so die archäologische Leiterin Wilbers-Rost, zwar noch nicht bis zu der Stelle vorgedrungen, in der die Knochen der Gefallenen vermutet werden, aber schon bereits die jetzigen Funde seien äußerst spannend. Die Forscherin präsentierte eine vor wenigen Tagen entdeckte römische Gewandfiebel und zwei Münzen. Weitere Fundstücke würden derzeit noch bearbeitet.

Bereits in den 1990er Jahren konnten mit Hilfe von Luftbildaufnahmen mehrere Knochengruben auf dem Gelände des Museumsparks lokalisiert und geborgen werden. Es fanden sich Menschen- und Tierknochen, die nachweisbar über Jahre an der Oberfläche gelegen hatten und teilweise Kampfverletzungen aufwiesen. Laut Wilbers-Rost wird nun nahezu durchgehend bis in den Herbst hinein an den Grabungsstellen gearbeitet. Joachim Werren, Generalsekretär der Stiftung Niedersachsen, welche die jetzige Grabungskampagne aber auch die Germanicus-Ausstellung im nächsten Jahr finanziell unterstützt, hob das besondere Zusammenspiel von Forschung und Wissensvermittlung durch das Museum hervor. Landrat Michael Lübbersmann dankte Werren für die großzügige Unterstützung der Stiftung und lobte die enge Verzahnung der unterschiedlichen Museumsbereiche. „Hier tut sich ein Fenster in die Geschichte auf, dass sicherlich noch viele interessante Entdeckungen ermöglicht.“ Besucher haben jeden Dienstag um 14 Uhr die Möglichkeit, sich über die aktuellen Ausgrabungen vor Ort informieren zu lassen.

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