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Bramsche Sekretärinnen-Stunden auch für kleine Schulen

26.09.2000, 22:00 Uhr

Bramsche (be) Die Grundschulen Epe, Hesepe und Ueffeln können aufatmen: Voraussichtlich ab November bekommen sie fünf Schulsekretärinnen-Stunden zugewiesen, vorher stand ihnen überhaupt keine Kraft zur Verfügung. Die GHOS Engter bekommt 20 statt bisher 15 Stunden. Diese Neuregelung hat der Verwaltungsausschuss (VA) abgesegnet, ohne "Widerspruch zur Sache", wie Bürgermeister Ewald Fisse gestern im Pressegespräch betonte. Die CDU kritisierte allerdings schon im Vorfeld die Art und Weise, wie die Anregung aus dem Schulausschuss behandelt wurde.

Das Fachgremium unter Vorsitz von Ewald Bruning, parteiloses Mitglied der CDU-Fraktion, hatte in seiner März-Sitzung die Überprüfung der Stunden-Verteilung angeregt. Mit der jetzigen Lösung betrachtet Fisse den Auftrag als ausgeführt: "es kann ja wohl nicht sein, dass der Ausschuss selbst über die Verteilung der einzelnen Stunden entscheiden will", lässt der Bürgermeister keinen Zweifel daran, dass es sich für ihn um eine verwaltungsinterne Angelegenheit handelt, über deren Ergebnis der Ausschuss lediglich informiert werden sollte.

In Anlehnung an das WIBERA-Gutachten hat die Verwaltung das jetzige Modell entwickelt, das insgesamt eine Aufstockung um 21 Stunden vorsieht. Auch Achmer soll 60 Minuten Arbeitskraft zusätzlich bekommen. Für alle anderen Schulen bleibt die Stundenzahl, die sich nach der Schülerzahl berechnet, unverändert. Die zusätzlichen Stunden werden laut Fisse durch Erweiterung bestehender Verträge abgedeckt, Neueinstellungen seien nicht geplant.

Mit diesem Ergebnis ist Bruning auch durchaus einverstanden. Schließlich hatte er sich für die Stärkung der kleinen Schulen stark gemacht und immer wieder den Kontakt zu den Schulleitern gesucht. Ganz so glatt wie vom Bürgermeister geschildert stellt sich für den Evinghausener der Ablauf aber nicht dar: Er habe mehrfach ausweichende Auskünfte auf die Frage bekommen, wann welche Vorlage für den Schulausschuss kommen werde.Als ihm schließlich der Erste Stadtrat Gerd Grun bedeutet habe, die Sache werde verwaltungsintern geregelt, sei ihm der Kragen geplatzt. "Dann können wir die Sitzung auch gleich ausfallen lassen, wenn unsere Meinung sowieso nicht gefragt ist", empörte sich Bruning.

Er hat den Eindruck, die jetzt verkündete Regelung sei in aller Eile als Reaktion auf seine Intervention entstanden. "Das hake ich so auch nicht ab", bleibt für ihn die Frage, wie ernst im Rathaus die Arbeit der Ausschüsse, zumal der von der Opposition geführten, genommen wird. Für Fisse ist die Kritik unverständlich: Es könne sich nur um ein Missverständnis handeln. Die Frage bleibe, ob es sich lohne, den Schulausschuss wegen einer Informationsvorlage zusammenkommen zu lassen.