Ein Artikel der Redaktion

Bramsche Sängerfest mit 100 000 Zuschauern der Höhepunkt

14.07.2009, 22:00 Uhr

Die Teilnahme am alle fünf Jahre stattfindenden großen nationalen Sängerfest in Tallinn mit über 100 000 Zuschauern war der überragende Höhepunkt der Fahrt einer Reisegruppe aus dem Kirchenkreis Bramsche.

Über 37000 Sänger, Sängerinnen, Tanzgruppen und Instrumentalisten füllten die riesige Musikmuschel der Stadt. Allein 864 Chöre beteiligten sich, davon 1340 Personen aus anderen Nationen. „Es war ein überwältigendes Erlebnis für die etwa 100000 Zuhörer, darunter 4000 Deutsche, diesem Gesang der Chöre zuzuhören“, sagte die Gruppenleiterin Ursula Mally nach der Rückkehr. Ein Meer aus Nationalfahnen füllte dabei die große Musikmuschel, eine Begeisterung, die das ganze Publikum erfasste und immer wieder die „La-Ola-Welle“, die mit dem Ruf „Eesti, Eesti, Eesti“ endete. In Estland, „der singenden Nation“, widmen sich rund 73000 der knapp 1,5 Millionen Einwohner in ihrer Freizeit dem Chorgesang.

Die 10. Gruppenreise führte die 16 Teilnehmer in die Stadt Pöltsamaa. Dort wurde im Gemeindehaus der Kirchengemeinde eine Woche übernachtet. Das Programm umfasste Wanderungen, Besichtigungen und Besuche in den Kirchengemeinden.

Politisch frei sind die Esten seit 1991. Zur Gegenwart sagte die estnische Dolmetscherin: „Estland ist ein kleines Land, eingegrenzt von zwei Mächten, im Norden und Westen das Meer und im Osten das mächtige Russland.“ Die Probleme der Ostgrenze, die EU-Grenze ist, wurden deutlich, als die Bramscher Gruppe vor Narva an kilometerlangen Staus von tagelang auf Abfertigung am Grenzübergang zu Russland wartende Lkw vorbeifuhr.

An den drei letzten Tagen standen Besuche in sechs Kirchengemeinden im Mittelpunkt des Partnerschaftsbesuches. Viele Freunde gibt es inzwischen hier, und man konnte die Projekte besichtigen, die vom Kirchenkreis Bramsche unterstützt wurden. Einen zu Herzen gehenden Empfang gab es in der kleinen Stadt Möisaküla in der Nähe der lettischen Grenze. Die Gemeinde baut seit über zehn Jahren ihre 1983 abgebrannte Holzkirche mühsam wieder auf. Hierher wurde die alte Orgel der Bramscher Friedhofskapelle mit 20 Kirchenbänken gebracht.

Still und nachdenklich wurde es in der Kirchengemeinde Pilistvere. Hier besuchte die Gruppe das nationale Denkmal Estlands für alle Deportierten und Verstorbenen unter sowjetischer Herrschaft.

Am letzten Abend war ein Abschiedsabend von Pastor Markus Haamer im Gemeindehaus in Pöltsamaa vorbereitet. Der Chor der Gemeinde brachte dazu den Besuchern aus Bramsche ein Ständchen. Sechs Pastoren und Pastorinnen von insgesamt zehn besuchten die Gruppe trotz Urlaubszeit. Teilweise hatten diese ihren Urlaub unterbrochen und eine lange Anreise hinter sich. Pläne für den nächsten Besuch zur Festigung der Partnerschaft und weitere Projekte wurden verabredet. Pastor Markus Haamer betonte die Wichtigkeit der Partnerschaft.

Seit 1993 besteht die Partnerschaft zwischen den ev.-luth. Kirchenkreisen Bramsche und Viljandi/Estland. Ursula Mally aus Rieste gehört von Anfang an zu den treibenden Kräften auf Bramscher Seite.