Ein Artikel der Redaktion

Bramsche „Reinwasser“ macht Station in Bramsche

19.07.2009, 22:00 Uhr

Seit 28 Jahren ist das Laborschiff „Reinwasser“ vom Verein zum Schutze des Rheins und seiner Nebenflüsse e. V. auf den Flüssen und Kanälen im Einzugsgebiet der Nordsee unterwegs. Nun wird die „Reinwasser“ wieder an der Liegestelle im Mittellandkanal bei der Brücke Osnabrücker Straße in Bramsche anlegen.

Als besonderen Service bietet die Besatzung Brunnennutzern an, ihr selbst gefördertes Brunnenwasser zu untersuchen. Wasserproben können am Freitag, 24. Juli, von 15 bis 17 Uhr an Bord abgegeben werden. Die Grunduntersuchung auf den Nitrat-, Säure- und Salzgehalt wird dann im Bordlabor durchgeführt, sodass der Bürger schon nach ein bis zwei Stunden je nach Andrang sein Ergebnis wieder abholen kann. Für diese Untersuchung haben die Umweltschützer die Kostenbeteiligung der Brunnennutzer diesmal auf 12 Euro gesenkt.

Nitrat ist ein Bestandteil vieler Dünger in der Landwirtschaft und im Gartenbau. Wurde zu stark oder zum falschen Zeitpunkt gedüngt, kommt es zu einer verstärkten Auswaschung und somit zu höheren Nitratkonzentrationen im Grundwasser. Besonders gefährdet ist das Wasser in Bereichen mit intensiven Sonderkulturen. Durch den Einsatz mineralischer Stickstoffdünger kann es zu einer Verlagerung des Luftstickstoffs in die Böden und grundwasserführenden Schichten kommen.

Außer der angebotenen Grunduntersuchung können auch coliforme Keime, halogenhaltige Pestizide und Schwermetalle gegen Übernahme der Kosten bestimmt werden. Da diese Analysen jedoch mehr Zeit benötigen, werden die Ergebnisse dann per Post zugesandt.

Viel Wasser wird im Sommer benötigt, um den Garten schön grün zu halten und das Planschbecken zu füllen. „Es ist sinnvoll, mit einem Brunnen das oberflächennahe Grundwasser zu nutzen und das aus tieferen Schichten gewonnene Leitungswasser sparsam zu verwenden“, so Susanne Bareiß-Gülzow, Vorsitzende vom VSR-Gewässerschutz. Doch ist das selbst geförderte Wasser unbelastet?

Einerseits verschmutzen Nitrate und Pestizide das Grundwasser unserer landwirtschaftlich intensiv genutzten Region. Auch können durch verschiedene Einflüsse Krankheitserreger ins Wasser kommen. Durch die Verwendung des Wasser sollte aber keine gesundheitlichen Gefahren für den Menschen entstehen. Daher ist es sinnvoll, wenn Brunnennutzer ihr Wasser regelmäßig untersuchen lassen.

Zur Probenahme und Transport sind Mineralwasserflaschen besonders geeignet, die zuvor mehrmals mit dem jeweiligen Brunnenwasser gespült wurden. Die Flaschen sollten höchstens vier Stunden vor der Abgabe am Labormobil abgefüllt werden. Diese Ergebnisse der weitergehenden Analysen mit einer Bewertung seines Wassers erhält der Brunnenbesitzer dann nach etwas zwei bis drei Wochen per Post zugesandt. Weitere Informationen können auch der Internet-Seite www.VSRGewaesserschutz. de entnommen werden.

In weiteren vertiefenden Gesprächen mit den Fachleuten können dann mögliche Belastungsquellen lokalisiert, saniert oder öffentlich gemacht werden. Im Gegenzug erhält der VSR-Gewässerschutz durch die Analyse vieler einzelner Brunnenwässer Informationen über den Zustand des oberflächennahen Grundwassers einer Region. Kritische Gefährdungen wie steigende Nitratkonzentrationen oder Versauerungen können dadurch frühzeitig erkannt werden.