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Bramsche-Engter: Motorradtraining Illegale Biker vom Engter Berg von der Straße holen

Von Jean-Charles Fays | 14.07.2014, 19:51 Uhr

Ein Veranstalter von Trainings und Rennen für Motorräder will die illegalen Straßenrennfahrer vom Engter Berg auf einen Parcours in Bramsche-Engter locken. „Dort will ich sie auf einem Rennparcours auf Privatgelände auf legale Weise für den Rennsport begeistern“, sagte der Veranstalter sogenannter „Supermoto Events“, Stefan Lamping, unserer Zeitung.

Die Einnahmen aus dem Motorradtraining am 26. und 27. Juli sollen der Verkehrswacht Wallenhorst/Bramsche gespendet werden, um Schilder gegen die Straßenrennfahrer am Engter Berg aufstellen zu können. Die Polizei, die Verkehrswacht und die Stadt Bramsche begrüßen das. Lamping ist guter Hoffnung, die illegalen Straßenrennfahrer bekehren zu können: „Die Erfahrung zeigt, dass die, die am Supermoto Spaß gefunden haben, auf der Straße ganz ruhig werden.“ Das sei ihm ein ganz persönliches Anliegen. „Denn leider wird unser Sport durch die Straßenrennfahrer, wie es sie am Engter Berg gibt, in Mitleidenschaft gezogen.“ Er sei ein klarer Gegner dieser Rennen, weil sie auf einer öffentlichen Straße mit Gegenverkehr, Bäumen und Leitplanken lebensgefährlich seien. Ohne Rücksicht auf Anwohner würden diese ungewollt mit hinein gezogen.

Lamping erklärt, dass bei dem Training am 26. und 27. Juli in Engter drei Klassen auf dem Rennparcours für umgebaute Crossmaschinen fahren dürften. Die Klasse für Einsteiger sei zum Beispiel für die Rennfahrer geeignet, die sich sonst bei den illegalen Straßenrennen auf dem Engter Berg austoben. „Wir geben den illegalen Motorradfahrern vom Engter Berg hiermit eine Plattform. Viele von diesen Fahrern sind Supermoto-Fahrer“, sagt Lamping. Die Crossmaschinen mit kleineren Felgen als bei Straßenmotorrädern seien für die Kurve gebaut und damit ideal für die Strecke am Engter Berg. Allerdings seien sie in der Regel nicht für den Straßenverkehr zugelassen.

Als Lamping und seine Mitarbeiter vor einer Woche bereits die Strecke am Igels Sand in Engter präparierten, habe er zwei dieser Rennfahrer kennengelernt. „Als ich sie auf die illegalen Rennen am Engter Berg angesprochen habe, haben sie nur verschmitzt gelacht“, sagt Lamping. Nachdem er sie nach Hause geschickt habe, damit sie sich die entsprechende Schutzkleidung anziehen, hätten sie schon Testfahrten auf dem Rennparcours unternommen. So hofft Lamping, auch weitere Hobbyrennfahrer zu erreichen und mit seinen Rennen auf dafür vorbereiteten Strecken von der Straße zu holen.

Die Verkehrswacht begrüßt die Aktion genauso wie die Polizei Osnabrück und die Stadt Bramsche. „Wer Spaß an solchen Rennen hat, der sollte solche Möglichkeiten in Anspruch nehmen. So wird kein anderer Verkehrsteilnehmer gefährdet und es ist Hilfe vor Ort, wenn etwas passiert“, sagte der Vorsitzende der Verkehrswacht Bramsche, Wallenhorst und Umgebung, Herbert Bockstiegel.

Der Sprecher der Polizei Osnabrück, Georg Linke, kommentierte: „Wenn das dazu beiträgt, den Verkehrsraum zu entschärfen, dann begrüßen wir dieses Training und den Verwendungszweck der Einnahmen natürlich.

Auch der Verkehrsexperte der Stadt Bramsche, der Erste Stadtrat Ulrich Willems, sagt zu dem geplanten Motorradtraining in Engter: „Wenn es damit gelänge, den einen oder anderen Rennfahrer von der Straße zu holen, dann wäre das natürlich erfreulich. Dabei wünsche ich ihm viel Glück.“