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BN-Serie: „Kultur vor Ort“ Kalkrieser Heimatverein vor Premiere mit neuem Stück

Von Yannick Richter | 11.03.2015, 15:20 Uhr

Seit über 30 Jahren besteht die Theatergruppe des Heimatvereins Schmittenhöhe mittlerweile. Das Besondere an der Laienschauspielgruppe ist dabei die plattdeutsche Sprache der Theaterstücke. „Wir möchten das Plattdeutsche hochhalten und sehen es als unsere Aufgabe an, die plattdeutsche Sprache weiterhin zu fördern“, verrät Rolf Lamla, Erster Vorsitzender des Vereins.

Die Kalkrieserin Margret Finke ist eines der Gründungsmitglieder der Laienschauspielgruppe. Sie war 1985 beim ersten Auftritt der Gruppe dabei und ist bis heute durchgehend für die Theatergruppe des Heimatvereins aktiv. „Früher haben wir noch privat auf der Diele neben den Tränkebecken geprobt. Heute hat sich die Kalkrieser Mehrzweckhalle und der Schießstand als Proberaum etabliert“, erzählt das Theaterurgestein. „Aber eines ist über die Jahre immer gleich geblieben. Wir haben nach wie vor ohne Ende Spaß zusammen und wir haben eine prima Gemeinschaft untereinander“, fährt Finke fort.

Der freundschaftliche Umgang und die Harmonie innerhalb der Gruppe sind auch für Sabine von der Haar die Hauptgründe für ihr Engagement. Die Regisseurin, die schon fast 20 Jahre nicht mehr in Kalkriese, sondern in Wulften bei Bissendorf wohnt, leitet die Theatergruppe seit 1997 und nimmt für die Gruppe auch den etwas längeren Anreiseweg gerne in Kauf. „Wir sind wie eine kleine Familie. Wenn es einem mal schlechter geht, sind wir füreinander da. Wir fangen uns gegenseitig auf, helfen uns und lösen zusammen Probleme. Wir haben einen tollen Zusammenhalt“, fasst von der Haar die gemeinschaftlichen Stärken der Laienschauspielgruppe zusammen.

Zur Kalkrieser Theatergruppe gehören neben den Schauspielern mit Souffleuse und den Helfern für Maske, Technik und Regie insgesamt 19 Personen. „Unsere Gruppe ist bunt gemischt. Von Anfang 20 bis Ende 70 ist alles vertreten“, erklärt von der Haar. „Außerdem haben wir nochmal um die 15 Mitwirkende, die uns im Hintergrund beim Auf- und Abbau, beim Einladen und anderen Aufgaben helfend zur Seite stehen“, sagt von der Haar weiter.

Um möglichst viele interessierte Zuschauer zu erreichen, ist vor allem die Auswahl des Theaterstückes von großer Bedeutung. „Ich lese die potentiellen Stücke zunächst zu Hause. Wenn ich da bei den ersten fünf bis zehn Seiten nicht schmunzeln kann, passt das Stück nicht zu uns. Wir wollen, dass die Zuschauer mal die Seele baumeln lassen können. Deswegen muss es schon eine Komödie oder ein Schwank sein“, erläutert von der Haar die Auswahlkriterien. „Das ausgewählte Stück wird von uns dann noch teilweise umgeschrieben und auf die jeweiligen Besetzungen zugeschnitten“, so von der Haar weiter.

 Neben den alljährlichen Aufführungen in der Mehrzweckhalle Kalkriese, im Kino in Bramsche und bei Bei der Becke in Engter hatte die Laienschauspielgruppe auch schon Gastspiele in Osnabrück und Lengerich. „Beneidenswert und besonders schön ist, dass zu unseren Auftritten auch immer wieder viele junge Menschen kommen“, freut sich von der Haar über die Anziehungskraft der aufgeführten Stücke. Im Durchschnitt tritt die Theatergruppe dabei vor einem Publikum von zirka 250 Personen auf und dient dem Heimatverein als größte Einnahmequelle.

Momentan laufen bei den „Schmittenhöhern“ die Proben für die nächste Aufführungswelle auf Hochtouren. Dabei verändert sich nicht nur die immer besser werdende Vortragsweise der Akteure. Auch das Bühnenbild wird bei jeder Probe etwas lebhafter. „Noch ist alles ziemlich schlicht. Aber jeder bringt Requisiten mit, sodass unser Bühnenbild Stück für Stück an Gestaltung gewinnt“, macht von der Haar klar. Seit Dezember proben die Laienschauspieler an bis zu 30 Übungsabenden und bis zu viermal die Woche für ihre sechs Auftritte zum Ende des Monats. „So ein Abend kann schon mal bis zu vier Stunden gehen“, gibt Regisseurin von der Haar preis. Durch verschiedene mitgebrachte essbare Köstlichkeiten und diverse heiter machende Getränke scheint aber auch der lange Probeabend für die sympathische Theatergruppe erträglich zu sein.

Neues humoristisches Stück

„Wiend van vodden“ heißt das neue humoristische Stück der Schmittenhöher. In Anlehnung an das bekannte Theaterstück „Tratsch im Treppenhaus“ geht es dabei in der Komödie in drei Akten von Helmut Schmidt um eine Mietergemeinschaft, bei der sich grundverschiedene Charaktere das Haus teilen (müssen).

Im Mittelpunkt steht Mieterin Mechthild Gries, gespielt von Gudrun Rickhaus, die den ganzen Tag damit beschäftigt ist, den anderen Mietern im Hause Oppermann das Leben schwer zu machen. Auch wenn sie zu allen Mitbewohnern des Hauses sehr freundlich ist, ist es ihr Ziel, den einen oder anderen Mitbewohner möglichst schnell aus dem Hause zu vergraulen. Hierzu denkt sie sich so manche gemeine Intrigen aus. Die anderen Mitbewohner lassen sich das natürlich nicht gefallen und stellen Vermieter Jan Oppermann (Hans Kuhlmann) vor die Wahl: Mechthild oder sie, einer muss ausziehen. Der Vermieter reagiert jedoch nicht. Ob Mechthild wohl etwas vom Vermieter weiß, was die anderen Mieter nicht wissen dürfen?

Die Premiere des Stückes findet am Samstag, 21. März, um 19.30 Uhr in der Kalkrieser Mehrzweckhalle statt. Von Dienstag, 24. März bis Freitag, 27. März ist das Stück täglich um 19.30 Uhr im Bramscher Kino zu sehen. Zum Abschluss wird das Theaterstück am Sonntag, 29. März, um 15 Uhr bei Bei der Becke in Engter aufgeführt.

Karten sind in der Fleischerei Eichmann und im Kino in Bramsche, in der Johannis-Apotheke in Engter sowie telefonisch bei Margret Finke (Tel. 05468/380) erhältlich.