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Biker-Training in Bramsche-Engter Straßenrennfahrer: „Ein besserer Kick als am Engter Berg“

Von Stefan Buchholz | 28.07.2014, 19:36 Uhr

Rund ein Dutzend illegale Straßenrennfahrer sind am Wochenende auf einen legalen Rennparcours am Mittellandkanal in Bramsche-Engter gelockt worden. „Sie haben mir nachher erzählt, dass sie sonst am Engter Berg fahren“, sagte der Organisator des Events für umgebaute Cross-Motorräder, sogenannte Supermoto-Maschinen, Stefan Lamping.

Er und sein rund 20-köpfiges Team hoffen zwar, „dass wir die Heizer vom Engter Berg hierfür begeistern können“. Die Rennen, die dort abgehalten würden, seien illegal. Auch deswegen biete man sichere Strecken wie am Igels Sand in Bramsche-Engter. Lamping sieht es dennoch realistisch: „Mit diesem einmaligen Event wird man es aber wohl nicht schaffen, sie von der Straße zu kriegen.“ Zwar hätten bereits einige zugesagt, beim nächsten Training am 27./28. September in Nordhorn teilzunehmen, doch insgesamt bedürfe es dafür wohl einer Regelmäßigkeit und im Idealfall einer permanent eingerichteten legalen Rennstrecke, wie es bereits mehrere in Ostdeutschland gebe. Das ist Lampings Traum und wohl auch der Traum der Anwohner am Engter Berg, um den Lärm und die Gefahren durch die illegalen Straßenrennfahrer endlich in den Griff zu bekommen.

Immerhin rund 600 Euro will Lamping nach dem Motorradtraining an die Verkehrswacht Wallenhorst/Bramsche spenden, um Schilder gegen die Straßenrennfahrer am Engter Berg aufstellen zu können. „Das ist ein Großteil der Einnahmen“, betont Lamping und erklärt, dass die Kosten für die Organisation so eines Events sehr groß seien. Mehr als 70 Teilnehmer hatten jeweils 70 Euro für das Training und je nach Bedarf weitere 30 Euro für einen der erfolgreichen Supermoto-Trainer Andre Plogmann und Frank Brockmann bezahlt. Dafür bot sich ihnen nicht nur ein Asphalt-, sondern auch ein Offroad-Parcours.

Einer der die kurvenreiche Strecke am Engter Berg früher immer wieder ausreizte, ist Björn Völkle. „Zeitrennen bin ich aber nie gefahren“, sagt der 29-Jährige. „Klar ich bin auch öfter mal geknallt“, räumt er ein. Das wäre mit seiner 170-PS-Rennmaschine kein Problem gewesen.

Irgendwann sei es ihm aber auf der Straße zu gefährlich geworden. Seinen Bock verkaufte er und stattdessen legte er sich ein Supermoto zu. Das umgebaute Crossmotorrad mit kleineren Felgen und profillosen Reifen erfüllt ihm nun den Traum vom Biken. „Die Trainingsstrecke hier ist klasse“, urteilt er. „Dieser Kick hier ist besser als am Engter Berg.“ Ähnlich sieht es Sven Zietlow. „Hier kann man Gas geben, ohne mit dem Gesetz in Konflikt zu kommen.“ Der 28-Jährige meldet sich bei der Wochenendveranstaltung allein am Samstag für 13 Trainingsfahrten an. Je eine halbe Stunde dauert ein Lauf. „Doch schon nach 20 Minuten ist manchmal die Luft raus“, so Zietlow.

Lamping will bald noch mehr Supermoto-Veranstaltungen anbieten. Der Bedarf ist scheinbar groß: Allein für das Wochenende in Engter meldeten sich Fahrer aus ganz Norddeutschland mit ihren Maschinen an.