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Besonderer Gottesdienst „Kreuz-und-Quer“ in Engter erstmals mit neuem Pastor

Von Matthias Benz | 21.06.2015, 17:05 Uhr

Den ersten Kreuz-und-Quer-Gottesdienst mit ihrem neuen Pastor Hilko Danckwerts hat die St.-Johannis-Gemeinde Engter gefeiert. Danckwerts bewies sofort, dass er dem besonderen Format gewachsen ist.

„Die Kirschen in Nachbars Garten – Bei den anderen ist alles besser“ lautete das Thema. Was ist Neid? Warum sind wir manchmal neidisch? Und wie fühlt man sich als der, der vermeintlich die besseren Kirschen hat? Diese Fragen stellten die Moderatoren Annika Stiene, Almut Bruning und Ralf Hörnschemeyer gleich zu Beginn des Gottesdienstes. 

In einem kurzen Anspiel zeigten die Engteraner, wie es aussehen kann, wenn neidische Gedanken Realität werden. Zwei ehemalige Schulkameradinnen treffen sich nach vielen Jahren wieder. Die eine ist erfolgreiche und weltläufige Geschäftsfrau ohne Familie, die andere eine heimatverbundene mehrfache Mutter, die seit der Ausbildung den gleichen Beruf hat. Beide sehnen sich nach dem Leben der jeweils anderen. Ein Rollentausch zeigt aber, dass sie lieber wieder in ihr altes Leben zurückwollen.

In seiner Predigt bezeichnete Danckwerts den Begriff „Neid“ als ein universelles Problem, das schon auf den ersten Seiten der Bibel bei Adam und Eva oder Kain und Abel eine Rolle spiele. Es sei ein Gefühl, das zu Schadenfreude, Klatsch, Entrüstung oder Sarkasmus führen kann. „Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit“, zitierte der Pastor den Philosophen Sören Kierkegaard. „Wir müssen aufhören, uns zu vergleichen. Christus hilft uns, unsere eigene Identität zu erkennen und wahrzunehmen. Das ersetzt den Neid und macht glücklich“, erklärte Danckwerts.

Auch im Kreuzverhör, bei dem der Pastor Fragen des Publikums beantworten musste, zeigte sich Danckwerts schlagfertig. Selbst bei schwierigen philosophischen Themen antwortete er tiefgründig und vermied Plattitüden. Ein Gast hatte statt einer Frage ein Lob ins Kreuzverhör eingebracht: „Eine tolle Predigt. Schön, dass wir einen so jungen frischen Wind in unserer Kirche haben“, lautete die Botschaft, die die Gemeinde mit Applaus unterstützte.