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Belebungsbecken wird modernisiert Stadtwerke investieren in Bramscher Klärwerk

Von Heiner Beinke | 04.09.2017, 20:00 Uhr

Investieren, um zu sparen: Der Abwasserbeseitigungsbetrieb der Stadtwerke Bramsche modernisiert das Klärwerk, um Strom zu sparen und den Ausstoß von Kohlendioxid drastisch zu reduzieren. Das wird mit einer knappen halben Million Euro belohnt.

Auch im digitalen Zeitalter kommen gute Nachrichten gelegentlich noch mit der Post. Im Klärwerk an der Maschstraße freute sich Abteilungsleiter Thomas Schulte in der letzten Woche über einen Brief von der Investitions- und Förderbank Niedersachsen (NBank). Darin enthalten war ein üppiger Förderbescheid: Die NBank zahlt dem Abwasserbeseitigungsbetrieb der Stadt Bramsche (ABB) einen „nicht rückzahlbaren Zuschuss“ in Höhe von 464100 Euro für die „energetische Optimierung der Kläranlage“, heißt es in einer Pressemitteilung des ABB. Das sind 50 Prozent der Gesamtkosten von 928200 Euro.

Die Optimierung besteht darin, dass die Mammutrotoren, die für Belüftung in den beiden Belebungsbecken sorgen, durch ein neues Belüftungssystem in Form einer Druckbelüftung ersetzt werden. Zwar sind die Rotoren erst vor wenigen Jahren installiert worden. Ihr Energieverbrauch ist aber so hoch, dass der Wechsel auf eine neue Technik Sinn macht: Damit könne der Stromverbrauch in der Mikrobiologie von jährlich 1,1 Millionen Kilowattstunden halbiert werden, erklärte Jürgen Brüggemann, der als Geschäftsführer der Stadtwerke auch ABB-Betriebsleiter ist.

Weniger Kohlendioxid

Neben der Stromersparnis sei der Schutz der Umwelt ein weiterer guter Grund für die Umrüstung, erläutert Thomas Schulte. Nach einem Gutachten des auf Abwasserfragen spezialisierten Ingenieurbüros Kann-Dehn würden nach der Umrüstung in jedem Jahr etwa 750000 Kilogramm weniger Kohlendioxid erzeugt. Wegen dieser Bedeutung für die Umwelt habe sich der ABB auch um die Mittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung bei der NBank beworben.

Bürochef Thomas Kann-Dehn erläutert die Wirkungsweise der neuen Technik. Bei der Belebung komme es darauf an, den Belebtschlamm – eine Mischung aus Bakterien und Kleinlebewesen (Wimperntierchen, Pantoffeltierchen, Fadenwürmer) - mit viel Sauerstoff zu versorgen, damit sie ihre Reinigungsleistung vollbringen können. „Je kleiner die Luftbläschen sind, desto besser“, sagt Kann-Dehn. Zudem sei es von Vorteil, wenn sie von unten über Plattenbelüfter ins Becken geblasen werden könnten. Bei den fünf Meter tiefen Becken in Bramsche könnten sie so lange einwirken. Die ohnehin schon gute Belebung in Bramsche werde künftig „wesentlich stabiler bei Belastungsstößen“ sein, prophezeit Kann-Dehn. Zwei Belebungsbecken hat das Bramscher Klärwerk an der Hase.

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Mit dem Förderbescheid kann nun die Ausschreibung der Arbeiten vorbereitet werden. Insgesamt wird ein Zeitraum von drei Jahren veranschlagt, bis beide Belebungsbecken umgerüstet sind. Bis zum Abschluss wird es laut Schulte Einschränkungen geben, da ja immer nur eines der beiden Belebungsbecken zur Verfügung stehen wird.

Mit der Finanzierung durch die NBank werde sich die Investition voraussichtlich in fünf Jahren bezahlt gemacht haben, betonte Bürgermeister Heiner Pahlmann als Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke. Der Förderbescheid dokumentiere zudem die Bedeutung des Projektes für die Umwelt. „Die machen das ja nicht einfach so“, betonte der Bürgermeister die grünliche Prüfung des Antrags.