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Ausschuss für Ausgleichsprogramm Grünstreifen sollen wieder blühen

Von Heiner Beinke | 09.07.2014, 20:21 Uhr

Bei Ausgleichsmaßnahmen für Bauvorhaben will die Stadt Bramsche künftig verstärkt auf die Aufwertung von Grünstreifen an Wegerändern setzen. Eine Untersuchung hat aufgezeigt, dass hier viel Potenzial schlummert.

Fachberater Ingo Zapp vom Forsthof Artland und Nadine Kepper von der Stadtverwaltung haben im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt aufgezeigt, dass allein im untersuchten Gebiet von Ueffeln und Balkum 155000 Quadratmeter an Aufwertungsflächen zur Verfügung stünden. Das entspreche je nach Nutzungsweise 160000 bis 100000 Werteinheiten. In Werteinheiten wird angegeben, wieviel Entschädigung für einen Eingriff in die Natur an anderer Stelle geleistet werden muss. Auf den Flächen der Stiftung Hof Hasemann stehen der Stadt aktuell noch rund 85000 Werteinheiten zur Verfügung.

Zapp und Kepper machten deutlich, wie sehr die Aufwertung von Wegerändern durch Blühstreifen zur Artenvielfalt bei Tieren und Pflanzen beitragen kann. Zusammen mit dem städtischen Betriebshof wurde der Aufwand für Anlage und Pflege solcher Blühstreifen grob berechnet. Ergebnis: Eine Werteinheit hier ist deutlich günstiger als auf dem Hof Hasemann.

„Das wird genau die Erfolgsgeschichte, die wir uns davon erhofft haben “, war sich Andreas Quebbemann (CDU) sicher. Das Projekt entspreche außerdem den Wünschen vieler Bürger, Ausgleichsmaßnahmen vor Ort zu leisten, also dort, wo der Eingriff in die Natur auch stattfinde. Quebbemann und Dieter Sieksmeyer von den Grünen waren sich sicher, dass weitere Ortsteile folgen würden, die Blühstreifen haben wollen. Da sah sich für die Verwaltung Wolfgang Tangemann gezwungen, etwas zu bremsen: Die Planung könnte nicht für alle Ortsteile zugleich geleistet werden.

Die Landwirte Karl-Georg Görtemöller (SPD) und Heiner Hundeling (CDU) mahnten eine detaillierte Abstimmung und Zusammenarbeit mit ihren Kollegen an. Das Programm könne nicht gegen die Landwirte funktionieren, meinte Görtemöller.

„Hier sind sich alle einig: Es gibt nur Gewinner“, freute sich Annette Specht (Grüne) über das eindeutige Ergebnis der Untersuchung. Mittlerweile sei es „bei jedem angekommen, dass wir unsere Landschaft artenreicher gestalten müssen“, meinte sie. Volker Schulze wies darauf hin, dass dieser Ausgleich kostengünstig sei. „Bei der Datenlage kann man ja nur dafür sein“, schloss der SPD-Ratsherr.

Bleibt die Frage, wie schnell das Vorhaben vorangetrieben werden kann. Tangemanns Hinweis, es fehle für die Verfeinerung an Haushaltsmitteln, konterte Quebbemann mit dem Hinweis auf Haushaltsreste, die genutzt werden könnten. „Restmittel haben wir, wenn das Jahr zu Ende ist“, entgegnete Bürgermeisterin Liesel Höltermann. Der Ausschuss sei sich aber doch einig, dass das Projekt so schnell wie möglich vorangetrieben werden soll, fasste der Vorsitzende Heiner Pahlmann (SPD) zusammen.