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Aufruf während der Ortsratssitzung Sögelner wollen Bürgerinitiative gegen Stromtrasse gründen

Von Marcus Alwes, Marcus Alwes | 27.09.2016, 20:14 Uhr

Eine weitere, zusätzliche Stromtrasse durch ihren Ortsteil lehnen sie ab. Zahlreiche Bürger in Bramsche-Sögeln denken deshalb über die kurzfristige Gründung einer kritischen Bürgerinitiative nach.

„Die Meinung im Dorf ist einstimmig“, stellte auch Ortsbürgermeister Gundolf Böselager nach der jüngsten, stark besuchten Ortsratssitzung fest. Die Kommunalpolitiker um den CDU-Mann wollen eine entsprechende Bürgerinitiative in Sögeln folglich auch tatkräftig unterstützen. „Wir alle wollen keine Stromtrasse in doppelter Form“ , so Böselager. Eine habe man bereits.

Greife kritisiert das ArL

In der Ortsratssitzung hatten zuvor auch der Bramscher Bürgermeister, Heiner Pahlmann (SPD), und vor allem der städtische Baudirektor, Hartmut Greife , ihre Skepsis zum Ausdruck gebracht, dass die Tuchmacherstadt ein geeigneter Standort für eine weitere 380-kV-Stromtrasse und ein ebenfalls geplantes Umspannwerk (auf einer Fläche von zwölf Hektar) sei. Gleich aus mehreren Gründen sei es für Letzteres „eigentlich sinnvoll, im Bereich Merzen einen Knotenpunkt zu schaffen“, so Greife. Denn hier komme aus Westerkappeln – also aus Richtung Süden – bereits eine Stromtrasse an.

Um die Planung einer zusätzlichen, aber notwendigen Stromtrasse von Cloppenburg nach Merzen sowie ein Umspannwerk kümmert sich seit einigen Monaten aber nicht nur die Netzbetreiberfirma Amprion, sondern auch das Amt für regionale Landesentwicklung Weser-Ems (ArL) in Oldenburg. Und genau das steht bei Greife & Co. besonders in der Kritik, weil das ArL inzwischen nicht mehr deutlich ausschließt, auch eine Stromtrassenführung entlang der Autobahn1 und über die Ortsteile Malgarten und Sögeln in einem sogenannten Raumordnungsverfahren näher zu prüfen. Dabei sei, so der städtische Baudirektor, doch schon seit langem bekannt, dass im konkreten Vergleich zu anderen Korridoren „die Raumwiderstände entlang der A1 und durch Bramsche viel zu hoch“ seien. Das habe auch das ArL selbst anfänglich erklärt, hebt Greife hervor.

Noch ein faires Verfahren?

Vor allem nach zwischenzeitlichen Interventionen aus dem Raum Bersenbrück und der Samtgemeinde Artland seien die Verantwortlichen in Oldenburg aber nicht mehr klar erkennbar in ihrer Haltung. „Das dient nicht dazu Vertrauen aufzubauen“, so Greife mit Blick auf das ArL. Er habe Zweifel, ob noch „ein sachliches und neutrales Verfahren“ durch die Behörde garantiert sei. „Mittlerweile bin ich da skeptisch“, sagte Greife vor Zuhörern in Sögeln. Und er habe kein Problem damit, dieses auch sehr deutlich zu artikulieren.

Eher unzufrieden zeigte sich der Verwaltungsfachmann auch mit den bisherigen Ergebnissen des Runden Tisches, an dem aus der gesamten Region verschiedenste Interessenvertreter nach Kriterien für einen geeigneten Standort für ein Umspannwerk suchen, an dem schließlich mehrere Stromtrassen zusammenlaufen sollen. Insgesamt neun Standorte (fünf bei Merzen, einer in Balkum, einer an der A1 in Höhe Malgarten , einer südlich des Alfsees und einer bei Wittenfelde) seien vorgeschlagen worden und von einem beauftragten Planungsbüro näher untersucht worden. „Je weiter wir hier von Merzen wegkommen, desto mehr Raumwiderstände gibt es“, fasste Greife die verschiedenen Bewertungen im Ortsrat zusammen, „und das würde dann erheblich teurer werden“.

Die nächste Sitzung des Runden Tisches sei übrigens für den 20. Oktober geplant. Bis dahin dürfte dann auch die kritische Bürgerinitiative in Sögeln offiziell gegründet worden sein.